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Facebook-Beitrag mit bösen Folgen

Arbeitsplatz Schule Universität

Für eine Düsseldorfer Schülerin hat ein Online Posting unangenehme Konsequenzen. Das Mädchen hatte während des Unterrichts heimlich ein Foto ihres Lehrers gemacht und auf ihrer Facebook-Seite hochgeladen. Dazu hatte sie den grammatikalisch fragwürdigen Text »Behinderter Lehrer ever« geschrieben. Der 64-jährige Pädagoge fand das gar nicht spaßig und stellte Strafantrag. Das Jugendgericht verurteilte die 14-jährige Schülerin wegen Beleidigung.

Die Schülerin wurde vom Amtsgericht Düsseldorf nun wegen Beleidigung und Verstoßes gegen das Persönlichkeitsrecht zu 20 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Das Jugendstrafverfahren gegen die 14-jährige fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Zu Lasten der Angeklagten wertete das Gericht, dass sowohl die Facebook-Freunde der Schülerin als auch deren Freunde die Beleidigung sehen konnten, also »ein relativ großer Personenkreis« Kenntnis erlangte. Zu ihren Gunsten wurde bewertet, dass sie noch minderjährig und nicht vorbestraft war. Zudem hatte sie die Tat vor Gericht eingeräumt und Reue gezeigt.

Der Lehrer habe das Mädchen und ihre Mitschüler für die Homepage der Schule fotografiert. Damit sei sie nicht einverstanden gewesen und erstellte den Facebook-Post als Retourkutsche. Mit strafrechtlichen Konsequenzen hatte sie dabei wohl nicht gerechnet. Das Urteil zeigt, dass diffamierende Posts in öffentlichen Netzwerken nicht nur im Arbeitsverhältnis empfindliche Folgen haben können.

Quelle:

AG Düsseldorf 7.6.2016 – 137 Ds 63/16, Urteilsbesprechung von Sebastian Wurzberger in der »Computer und Arbeit« (CuA) 7/2016. Sebastian Wurzberger ist Wirtschaftsjurist (LL.B.) in der Kanzlei AfA Arbeitsrecht für Arbeitnehmer, Nürnberg: www.afa-anwalt.de

© bund-verlag.de (ls)

Bildquellen

  • Arbeitsplatz Schule Universität: © Alexander Raths / Foto Dollar Club

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