Arbeitsschutz
Mobile Arbeit gut gestalten

Telefonieren: Bereitschaftsdienst / Mobile Erreichbarkeit

Heute hier, morgen dort: nicht nur Daten sind mobil. Beschäftigte arbeiten an verschiedenen Orten – je nach betrieblichem Bedarf. Neue Leistungsprofile und Belastungen erfordern einen guten Gesundheitsschutz. Gerlinde Vogl zeigt in der Zeitschrift »Gute Arbeit« (GA) 12/2016 auf, worauf es bei mobiler Arbeit ankommt.

In der Debatte um die Digitalisierung und Arbeit 4.0 bekommt die Diskussion um mobile Arbeit deutlich Aufwind. Mobile Arbeit, da denkt man zunächst an schnelle Datenleitungen oder an Projektteams, die über die Welt verstreut – räumlich entfernt und auch oft zu unterschiedlichen Zeiten – dasselbe Projekt bearbeiten. Mobil ist hier der Arbeitsinhalt. Dabei wird übersehen, dass nicht nur Daten bewegt werden, sondern vermehrt auch die Beschäftigten unterwegs sind und mobil arbeiten.

Neue Formen der Leistungssteuerung kombiniert mit mobiler Technik machen es möglich, dass heute immer und überall gearbeitet werden kann: nicht nur im Büro, sondern auch zu Hause, im Hotel oder im Zug. Der Arbeitsort und die Arbeitszeit werden flexibel. Dank mobiler Endgeräte ist man stets vernetzt und arbeitsfähig. Beschäftigte können – so das Ideal – frei entscheiden, wann und wo sie arbeiten.

Arbeitgeber bremsen flexible Arbeitsgestaltung

Nach der alt bekannten Vertrauensarbeitszeit kommt jetzt der Vertrauensarbeitsort hinzu. Die Unternehmen erhalten so einen erweiterten Zugriff auf die Arbeitskraft. Gleichzeitig erhofft man sich für die Beschäftigten aber auch eine höhere Arbeitszufriedenheit und eine bessere Work-Life-Balance. Passt das zusammen?

Skepsis ist durchaus angebracht: Aus früheren Untersuchungen wissen wir, dass das Streben nach Flexibilisierung seitens der Unternehmen mit dem Interesse der Beschäftigten nach flexibler Zeiteinteilung in der Arbeit selten zur Deckung kommt. Ähnliches gilt für die Flexibilisierung des Arbeitsortes: Nach einer DIW-Studie (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) scheitert der Wunsch nach Teleheimarbeit – im Sinne von besserer Vereinbarkeit und mehr Selbstbestimmung – in den meisten Fällen an den Arbeitgebern.

Die klassische Telearbeit im Homeoffice – mit eingerichtetem Arbeitsplatz zuhause – ist eher ein Auslaufmodell, mobile Arbeit verschärft das Belastungsgeschehen. Im Arbeitsschutz sind neben den »üblichen« Arbeitsbelastungen daher auch immer häufiger Belastungsfaktoren aus den Reisen und den Arbeitszeiten zu ermitteln und abzubauen.

Mehr dazu: »Mobile Arbeit gut gestalten« von Gerlinde Vogl in »Gute Arbeit« (GA) 12/2016, Seite 8 bis 12.

© bund-verlag.de (mst)

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Bildquellen

  • Gute Arbeit-App Android: Bund-Verlag
  • Gute Arbeit-App iOS: Bund-Verlag
  • Telefonieren: Bereitschaftsdienst / Mobile Erreichbarkeit: © Andrea Arnold / Foto Dollar Club

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