Das Wichtigste zur JAV auf einen Blick:

Was ist eine Jugend- und Auszubildendenvertretung?

Die JAV vertritt die Interessen der Jugendlichen und Auszubildenden im Betrieb oder in einer Dienststelle. Sie ist für alle Fragen zuständig, die die Ausbildungs- und Beschäftigungsbedingungen der Jugendlichen und Auszubildenden betreffen. Die JAV ist immer dann gefragt, wenn Gesetze oder Vorschriften nicht eingehalten werden oder wenn es Probleme aller Art am Arbeitsplatz gibt.

Im Unternehmen oder in der Dienststelle ist die JAV auf die Zusammenarbeit mit anderen Gremien und Beauftragten angewiesen. Der wichtigste Partner ist der Betriebsrat bzw. der Personalrat, das ergibt sich aus den entsprechenden Mitbestimmungsgesetzen – die JAV ist dabei der „Juniorpartner“. Das bedeutet, dass die JAV nur zusammen mit dem „größeren Bruder“ dem Arbeitgeber gegenüber auftreten kann. Diese Abhängigkeit setzt praktisch zwingend eine gute und reibungslose Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat bzw. Personalrat voraus. Die meisten Beschlüsse einer JAV können nur über ihn um- oder durchgesetzt werden. Es ist deshalb für beide Gremien sinnvoll, feste Ansprechpartner für die ständige Zusammenarbeit zu benennen und dass beide Seiten über alle Aktivitäten beider Gremien Bescheid wissen sollen. Ein offener und ständiger Informationsaustausch ist dazu die Grundlage.

Die Rechte und Pflichten der JAV

  • Die Mitbestimmungsrechte besagen, dass niemand die Wahl oder die Arbeit der JAV-Mitglieder oder der JAV insgesamt behindern oder stören darf. Niemand darf wegen seiner JAV-Tätigkeit persönlich benachteiligt werden.
  • Die Mitglieder der JAV genießen Schutz vor ordentlichen Kündigungen. Der besondere Schutz gilt übrigens auch für die Ersatzmitglieder unter der Voraussetzung, dass sie in der Amtszeit in der JAV tätig waren oder nachgerückt sind.
  • Für die Übernahme ist der entscheidende Paragraph im BetrVG § 78a bzw. im BPersVG § 9. Hier ist unbedingt auf die entsprechenden Fristen zu achten.


Wie kann die JAV Ihr Mitbestimmungsrecht ausführen?

  • Überwachen der Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften, von denen die Jugendlichen und Auszubildenden im Betrieb berührt sind.
  • Bearbeiten von Anregungen Jugendlicher oder Auszubildender und Abhalten von Sprechstunden.
  • Anträge an den Betriebsrat bzw. Personalrat richten, zu Themen, die Jugendliche oder Auszubildende betreffen.
  • Teilnahmerecht an Sitzungen des Betriebs- bzw. Personalrats.
  • Abhalten eigener JAV-Sitzungen.
  • Beantragen des Aussetzens von Betriebsratsbeschlüssen bzw. Personalratsbeschlüssen
  • Teilnahme an Seminaren unter Fortzahlung der Bezüge und Freistellung vom Arbeitgeber
  • Beantragen von Maßnahmen beim Betriebsrat zur Übernahme von Jugendlichen in ein Arbeitsverhältnis
  • Beantragen von Maßnahmen beim Betriebsrat zur tatsächlichen Gleichstellung von Jugendlichen und Azubis, insbesondere hat die JAV die Aufgabe, die Integration ausländischer Jugendlicher und Auszubildender im Betrieb zu fördern
  • Verletzt die JAV grob ihre Pflichten, kann ihre Auflösung beantragt werden. Auch der Ausschluss eines Mitgliedes aus der JAV ist möglich.


Andreas Splanemann, Dr. phil., ist in der Pressestelle des Landesbezirks Berlin-Brandenburg der ver.di in Berlin tätig.

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