Suchbegriff

erweiterte Suche

AiB:Assist für den Betriebsrat


Der Betriebsrat findet in AiB:Assist alle wichtigen Informationen für seine Betriebsratsarbeit. Denn AiB:Assist ist das speziell für Betriebsräte entwickelte Online-Portal.

Alle Fragen rund um das Betriebsverfassungsgesetz wie Mitbestimmung, Freistellung, Betriebsratswahl, Sozialplan und Betriebsübergang werden genauso behandelt wie Fragen der Organisation des Betriebsrats oder Themen zum Kündigungsschutz, zum Arbeitsschutz und zum Gesundheitsschutz.

Der Betriebsrat findet auf jede Frage die passende Antwort, zudem Muster und Arbeitshilfen sowie die wichtigsten Urteile für seine Arbeit als Betriebsrat.

Aktuelle Meldungen

RSS

Krankheit Krank im Urlaub – und jetzt?

[22.07.2015]Es kann jeden treffen: Kaum beginnt der lang ersehnte Urlaub und der Stress lässt nach, schon zeigen sich die ersten Krankheitssymptome. Bettruhe ist angesagt. So war der Urlaub nicht geplant. Wir geben Tipps, was Sie bei der Krankmeldung im Urlaub beachten müssen, um keinen Urlaubstag zu verlieren.

Den Arbeitgeber informieren

Auch wenn man im Urlaub erkrankt, muss der Arbeitgeber unverzüglich über die Erkrankung und die voraussichtliche Dauer informiert werden. Ein Attest muss spätestens am vierten Tag in der Personalabteilung vorliegen. Ist man im Ausland, empfiehlt es sich, das Attest vorab per Fax oder E-Mail an den Arbeitgeber zu senden und per Post nachzuschicken.

Wichtig:

  • Ein ärztliches Attest muss erkennen lassen, dass der Arzt neben der Dauer der Erkrankung ausdrücklich auch die Arbeitsunfähigkeit und nicht nur die Krankheit allein bescheinigt. Rechnungen für die Versicherung müssen außerdem möglichst detailliert sein und Diagnosen sowie Art der Behandlung ausweisen.

Vorsicht bei Attest aus dem Ausland

Doch hier ist Vorsicht geboten: Erkrankt ein Beschäftigter im Urlaub, gelten für das im Ausland ausgestellte Attest unter Umständen weitergehende Kriterien als für eine in Deutschland erstellte Bescheinigung. So muss der Arbeitgeber ein Attest aus dem Ausland nur anerkennen, wenn es unter den Ländern ein Sozialversicherungsabkommen gibt und die dortige staatliche Krankenkasse das Attest schriftlich bestätigt oder es von einem zugelassenen Kassenarzt ausgestellt ist. Ist dies nicht der Fall, ist der Arbeitgeber nicht dazu verpflichtet, das Entgelt fortzuzahlen.

Tipp:

  • Vor der Reise bei der Krankenkasse erkundigen, ob es mit dem Urlaubsland ein Abkommen gibt und sich eine internationale Versicherungskarte ausstellen lässt. Liegt ein derartiges Abkommen nicht vor, sollte zur Sicherheit eine (private) Zusatzversicherung für die Urlaubszeit abgeschlossen werden.

Urlaub nachholen

Ist die Arbeitsunfähigkeit korrekt angezeigt und belegt, gelten die ursprünglichen Urlaubstage als Krankheitstage, der Urlaub wird dann nicht als solcher angerechnet. Das heißt, aber nicht, dass der »Urlaub« einfach auf eigene Faust verlängert werden und an die »verlorenen« Urlaubstage angehängt werden kann. Hier ist eine Absprache mit dem Vorgesetzten von Nöten.

Tipp:

  • Prüfen Sie bei Rückkehr in den Betrieb nach, ob die Krankheitszeiten auch als solche festgehalten wurden. Nicht verbrauchter Urlaub muss wieder gutgeschrieben worden sein. Ist dies nicht der Fall, an die Personalabteilung wenden und korrigieren lassen.

Und das sagt das Gesetz: Rechtlicher Hintergrund

Rechtlich gesehen, wird die Erfüllung des Urlaubsanspruchs unmöglich, wenn der Arbeitnehmer vor oder während des Urlaubs erkrankt. Denn der mit dem Erholungsurlaub bezweckte Erfolg – die Befreiung von der Arbeitspflicht um sich zu erholen – kann nicht eintreten, da der Arbeitnehmer bereits aufgrund seiner Arbeitsunfähigkeit von seiner Arbeitspflicht befreit ist.

§ 9 BUrlG regelt dazu ausdrücklich, dass Urlaubstage bei einer Erkrankung nachzugewähren sind. Dem arbeitsunfähig erkrankten Arbeitnehmer steht ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) zu, wenn alleinige Ursache für die Arbeitsverhinderung die krakheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit ist. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Erkrankung während oder bereits vor dem geplanten Urlaub auftritt und bis in den Urlaub hinein andauert. 

Wichtig:

  • Allein eine Erkrankung reicht für die Nichtanrechnung des Urlaubs nach § 9 BUrlG nicht aus. Die Erkrankung muss auch zur Arbeitsunfähigkeit führen. Also aufpassen, dass diese auch ordnungemäß belegt ist!


Quelle:

IG Metall, Meldung vom 16.07.2015

Peter Wedde/Olaf Kunz: EFZG, Basiskommentar mit Nebengesetzten, 4. Auflage 2015, Bund-Verlag (§§ 3, 9 EFZG, Anhang zum BUrlG, m.w.N.)


© bund-verlag.de (ls)