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AiB:Assist für den Betriebsrat


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Kündigung Fristlose Entlassung unaufmerksamer Wachleute rechtens

[08.12.2015]Einem Sicherheitsmitarbeiter kann fristlos gekündigt werden, wenn er die Ausgangskontrolle in einem besonders zu sichernden Bereich für längere Zeit grundlos verlässt. So das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg. In dem konkret entschiedenen Fall war Gold von erheblichem Wert abhandengekommen.

Die Arbeitgeberin, ein Unternehmen des Wach- und Sicherheitsgewerbes, setzte den Arbeitnehmer bei der Kontrolle des Ausgangs des Produktionsbereichs einer Münzprägeanstalt ein. Der Produktionsbereich wurde durch ein Drehkreuz gesichert. Die Mitarbeiter konnten das Drehkreuz öffnen, sofern es nicht durch einen Zufallsgenerator gesperrt wurde.

Bei einer Sperrung wurden sie einer Personenkontrolle durch Wachleute unterzogen. Der Arbeitnehmer schaltete den Zufallsgenerator aus und verließ den Kontrollbereich, ohne für einen Ersatz zu sorgen. Er hielt sich anschließend aus privaten Gründen längere Zeit bei einem Mitarbeiter der Münzprägeanstalt auf, von dem er den Rest eines Kunststoffrohrs ohne den vorgeschriebenen Begleitschein entgegennahm und es in sein Kraftfahrzeug brachte.

Goldverlust im Wert von ca. 74.000 Euro

Während seiner Abwesenheit konnte der Produktionsbereich unkontrolliert verlassen werden. Wenige Tage später stellte die Münzprägeanstalt einen Verlust von Gold im Wert von ca. 74.000 Euro fest. Die Arbeitgeberin kündigte das Arbeitsverhältnis aus wichtigem Grund.

Das Landesarbeitsgericht hat die außerordentliche Kündigung – anders als noch das Arbeitsgericht – für rechtswirksam gehalten. Der Arbeitnehmer habe den von ihm zu sichernden Bereich ohne jede Veranlassung für einen erheblichen Zeitraum preisgegeben.

Schwerwiegenden Pflichtverletzungen machen Abmahnung entbehrlich

Er habe damit das besondere Sicherungsinteresse der Münzprägeanstalt verletzt, für das sein Arbeitgeber einzustehen habe. Mit der unerlaubten Mitnahme eines Gegenstandes habe der Arbeitnehmer zudem etwas getan, was mit seiner Beschäftigung gerade habe verhindert werden sollen.

Angesichts dieser schwerwiegenden Pflichtverletzungen sei es dem Arbeitgeber nicht zuzumuten gewesen, den Arbeitnehmer abzumahnen und ihn anschließend wieder als Sicherheitsmitarbeiter zu beschäftigen. Er habe das Arbeitsverhältnis daher ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist beenden dürfen.

Quelle:

LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 09.09.2015
Aktenzeichen: 17 Sa 810/15
PM des LAG Berlin-Brandenburg Nr. 31/2015 vom 08.10.2015

© bund-verlag.de - (jes)

Lesetipp der Online-Redaktion:

»Die Kündigung – Rechtmäßigkeit und Reaktionsmöglichkeiten von Betroffenen und Betriebsräten« von Petra Ahlburg in »Arbeitsrecht im Betrieb (AiB)« Ausgabe 3/2013, S. 176 - 180