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AiB:Assist für den Betriebsrat


Der Betriebsrat findet in AiB:Assist alle wichtigen Informationen für seine Betriebsratsarbeit. Denn AiB:Assist ist das speziell für Betriebsräte entwickelte Online-Portal.

Alle Fragen rund um das Betriebsverfassungsgesetz wie Mitbestimmung, Freistellung, Betriebsratswahl, Sozialplan und Betriebsübergang werden genauso behandelt wie Fragen der Organisation des Betriebsrats oder Themen zum Kündigungsschutz, zum Arbeitsschutz und zum Gesundheitsschutz.

Der Betriebsrat findet auf jede Frage die passende Antwort, zudem Muster und Arbeitshilfen sowie die wichtigsten Urteile für seine Arbeit als Betriebsrat.

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Korrespondenz Worauf es bei geschäftlichen E-Mails ankommt

[18.02.2016]Acht Arbeitsstunden pro Woche gehen für E-Mails drauf. Vier davon unnötigerweise, hat die Unternehmensberatung Bain in 17 US-Konzernen ermittelt. Grund genug, die elektronische Post so effizient wie möglich zu verfassen. Der Schreibtrainer Markus Reiter verrät im Interview mit der Zeitschrift »Arbeitsrecht im Betrieb« (AiB), wie das geht.

AiB-Redaktion: Sind E-Mails nicht schon ein Auslaufmodell?

Markus Reiter:

Nein, nicht im Geschäftsleben. Hier nimmt die Zahl der Mails sogar zu. 122 Nachrichten sendet und empfängt ein Büroarbeiter im Schnitt an jedem einzelnen Arbeitstag. Das hat das Londoner Marktforschungsunternehmen Radicati Group errechnet. Bis 2019 steigt die Zahl voraus-sichtlich auf 126 E-Mails täglich. In der privaten Kommunikation, vor allem bei jüngeren Menschen, verlieren Mails hingegen stark an Bedeutung.

Geschäftliche Angelegenheiten aber lassen sich meistens nicht über Facebook oder WhatsApp ausreichend rechtssicher regeln. Zum Beispiel gibt es Aufbewahrungspflichten und Pflichtangaben, ähnlich wie bei einem Briefkopf. So muss am Ende der Geschäfts-E-Mail eine Signatur stehen. Sie enthält den Namen der Firma, die Firmierung, den Ansprechpartner, die Adresse und am besten eine Telefonnummer. Diese Angaben sind außerdem ein Service für den Empfänger, falls er den Absender zum Beispiel lieber anrufen will. E-Mail-Verkehr kann man darüber hinaus gut speichern. Das ist wichtig, wenn es einmal zwischen Firmenleitung und Betriebsrat zum Streit darüber kommt, wer wann was geschrieben hat.

AiB-Redaktion: Viele ertrinken regelrecht in Mails – wie schaffe ich es, das meine Mails Aufmerksamkeit bekommen?

Markus Reiter:

Das fängt bei der Betreffzeile an. Sie sollte knapp, präzise und leicht verständlich sein und sofort zum Punkt kommen. Also nicht: »Sitzung des Betriebsrats wird auf den Dienstag in zwei Wochen verschoben«, sondern: »Terminänderung: Betriebsrats-Sitzung jetzt Dienstag, 30. August«.

Die erste Antwort kann man noch mit einem automatischen Antwort-Kürzel, zum Beispiel »AW« oder »Re«, zurückschicken. Dann weiß der Empfänger, dass es sich um die Antwort auf seine Mail handelt. Danach sollte man die Betreffzeile löschen und mit neuen Stichworten versehen. Sonst findet sich der Empfänger in dem Gewirr von »AW: AW: RE: WL: AW: Treffen« bald nicht mehr zurecht.

AiB-Redaktion: Was muss beim Inhalt beachtet werden?

Markus Reiter:

So banal es sich anhört: Die wichtigste Regel lautet, sich vor dem Schreiben Gedanken zu machen, was man eigentlich sagen will.

  • Jeder E-Mail-Text sollte einen roten Faden haben.
  • Wichtig sind ausreichend Absätze.
  • Faustregel: Nach zwei bis drei Sätzen folgt ein Absatz. Das Gehirn nutzt sie, um das Gelesene zusammenzufassen und es auf seinen Sinngehalt zu reduzieren.
  • Aufzählungszeichen, Fettungen, kurze, einfache Sätze und bei längeren Mails Zwischenüberschriften helfen dem Leser zusätzlich, den Text zu überfliegen und die Kerngedanken schnell zu erfassen.

AiB-Redaktion: Und die Form? Ist die egal beim lockeren Mailen?

Markus Reiter:

Mailen ist nicht per se eine lockere Kommunikation. Geschäftliche E-Mails haben ja die Briefkorrespondenz weitgehend ersetzt. Deshalb sollte man auch beim Mailen bestimmte Formen einhalten. Zum Beispiel bei der Anrede: Es muss zwar nicht mehr zwingend »Sehr gehrte Frau Soundso« heißen. »Guten Tag, Frau Soundso« geht in den meisten Fällen auch. »Hey!« wäre daneben. Und Emojis, also Bildchen zur Gefühlslage, wirken in einer Business-Mail noch alberner als sonst. Falls es sich bei dem E-Mail-Verkehr nur um eine kurze Abstimmung unter befreundeten Kollegen handelt, kann man lockerer schreiben.

AiB-Redaktion: Wie verändert die Nutzung von Smartphones das Mailen?

Markus Reiter:

Die Mitteilungen müssen wegen der kleinen Bildschirme noch knapper, noch einfacher, noch übersichtlicher werden. Und Achtung: Diese Formen der Kommunikation verführen dazu, flapsig zu werden. Am besten man überlegt sich: Würde ich den Empfänger ähnlich ansprechen, wenn ich ihm persönlich gegenüber stünde?

Der Interviewpartner:

Markus Reiter

ist freier Journalist und Publizist in Stuttgart. Mit seiner Agentur »Klardeutsch« (www.klardeutsch.de) hilft er Redaktionen, Unternehmen, Behörden und Verbänden, klar und verständlich zu schreiben und zu sprechen.

 

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