Jörg Kohlstedt, nominierter BR-Vorsitzender der DB ProjektBau GmbH
Jörg Kohlstedt, nominierter BR-Vorsitzender der DB ProjektBau GmbH

Betriebsrat der DB ProjektBau GmbH, Hannover

Open space – Standard ist nicht unser Standard


Stichworte zum Projekt

  • „Standard ist nicht unser Standard“ – nach diesem Motto entwickelt der Betriebsrat ein eigenes Bürokonzept

  • Unternehmen/Betrieb: DB ProjektBau GmbH, Hannover
  • Branche: Verkehrsdienstleister
  • Zahl der Mitarbeiter: 550
  • Gewerkschaften: EVG


Motiv
Im Rahmen einer Standortkonzentration plante der DB Konzern, in einem Neubau das Bürokonzept „open space“ für ca. 1.000 Mitarbeiter verschiedener Konzernunternehmen einzuführen. Die Verteilung der Schreibtische sollte nach Standardvorgaben für die Flächennutzung sowie nach Möbilisierungskonzepten erfolgen: 30 Mitarbeiter sollten auf ca. 400 qm Platz finden, Schreibtische sollten 80 x 160 cm groß sein. Diese Standardisierung entsprach allerdings nicht den Anforderungen der Mitarbeiter der DB ProjektBau GmbH, da diese sehr unterschiedlichen Aufgaben zu erfüllen haben. Besonders problematisch war die befürchtete Störung durch Telefonate und Kleinstbesprechungen. Der Betriebsrat wollte die neuen Büros basierend auf den Bedürfnissen der Mitarbeiter anpassen.

Vorgehen
Der Betriebsrat entwickelte zusammen mit einem Fachmann im Betriebsrat (Architekt) ein abweichendes Konzept sowie Visualisierungen mit einer anderen Zusammenstellung der Schreibtische mit entsprechendem Sicht- und Hörschutz. Dieses Konzept wurde durch alle Gremien bis zur Geschäftsführung vorgestellt. Des Weiteren zog der Betriebsrat einen beratenden Anwalt zur Durchsetzung einer Betriebsvereinbarung speziell für die DB ProjektBau GmbH hinzu.

Ergebnisse
Die vom Betriebsrat entwickelte Büroaufteilung wurde vom Arbeitgeber übernommen: Je nach Arbeitsplatz sind die Tische nun 80 x 220 cm groß, die Schreibtische für Zeichner sind in Winkelkombinationen angelegt. Teamleiter und Fachplaner erhalten bedarfsgerechte Einzelzimmer, statt 30 Mitarbeiter sind nun 15 bis 25 Mitarbeiter auf einem Büroflügel. Bei Ergänzungsplanungen wird zuerst der Betriebsrat informiert, erst dann werden diese an die Bestellung weitergegeben. Über eine Betriebsvereinbarung sicherte sich der Betriebsrat seine Mitbestimmungsrechte bei der Flächennutzung und Möblierung.

Zusatzmaterialien
Betriebsvereinbarung

 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Thorsten Halm »Wir müssen das Rad nicht immer wieder neu erfinden, wohl aber dem jeweiligen Gelände anpassen. Darum leisten die teilnehmenden Gremien mit ihren eingereichten Projekten einen so wertvollen Beitrag zum Wissenstransfer unter den Betriebsräten.«

Thorsten Halm, [m]5-consulting, Berater von Betriebsräten und Gewerkschaften, Veranstalter des Deutschen BetriebsräteTags in Bonn und Studienleiter des Betriebsräte-Studiums »Veränderungs-Management« in Bochum