Der Sonderpreis "Innovative Betriebsratsarbeit" ging an den GBR der Deutsche Telekom AG
Der Sonderpreis "Innovative Betriebsratsarbeit" ging an den GBR der Deutsche Telekom AG

Gesamtbetriebsrat der Deutsche Telekom AG, Bonn

Zukunftskonferenz „Mut zur Zusammenarbeit“


Stichworte zum Projekt

  • Ein vom Betriebsrat entwickeltes „Zukunftskonzept“ verbessert die Kommu-nikation zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat

  • Unternehmen/Betrieb: Deutsche Telekom AG, Bonn
  • Branche: IT / Telekommunikation
  • Zahl der Mitarbeiter: 20.000
  • Gewerkschaften: ver.di


Motiv
Die Deutsche Telekom AG ist weltweit eines der führenden Dienstleistungsunternehmen der Telekommunikations- und Informationstechnologie-Branche mit ca. 20.000 Mitarbeitern in Deutschland. Die einzelnen Betriebsräte monierten, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Arbeitgebervertreter mühsam war, was oft auf eingefahrene Rituale und Verhaltensweisen beruhte. Auch verhärtete Fronten zwischen Betriebsräten und dem Arbeitgeber verlangsamten zahlreiche Prozesse im Unternehmen. Der Gesamtbetriebsrat suchte nach Wegen, die Kommunikation mit dem Arbeitgeber zu verbessern.

Vorgehen
Der Gesamtbetriebsrat gründete eine Projektgruppe aus Betriebsräten und Arbeitgebervertretern, die zusammen mit einer Kommunikationsagentur eine „Zukunftskonferenz“ als Change-Projekt vorbereitete: diese Zukunftskonferenz sollte dem Dialog sowie der Planung und Entwicklung von Strategien dienen, in der die einzelnen Betriebsräte wie auch der Arbeitgeber eingebunden sein sollten. In der Einladung zur Betriebsräteversammlung 2013 wurde darauf hingewiesen, dass es sich um eine „Zukunftskonferenz“ handelt, in der Betriebsräte, Leiter der Betriebe und Business Partner des Unternehmens gemeinsam über eine bessere Gestaltung der Zusammenarbeit beraten sollten. Die Beteiligten diskutierten in Kleingruppen über das Konzept und entwickelten gemeinsam 5 Leitsätze, wobei nur diese aufgenommen wurden, denen alle zustimmen konnten: u.a. Zusammenarbeit auf Augenhöhe, jeder der Beteiligten erhält einen Vertrauensvorschuss, Formulierung eines gemeinsames Ziels.

Ergebnisse
Im Laufe der nachfolgenden Monate verbesserte sich die Zusammenarbeit in fast allen Bereichen sehr, problematisch sind weiterhin komplexe Themen, da es hier noch an der Offenheit fehlt, klar zu kommunizieren. Zwischenzeitlich zeigen andere Unternehmensbereiche und externe Unternehmen Interesse daran, im eigenen Betrieb das Konzept einzuführen.

 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Eva-Maria Stoppkotte »Tue Gutes und sprich darüber. Ich möchte alle Betriebsräte dazu ermutigen, sich mit ihren Projekten und Initiativen am Deutschen Betriebsräte-Preis zu bewerben und der Öffentlichkeit zu zeigen, wie professionell und engagiert Betriebsratsarbeit aussieht.«

Eva-Maria Stoppkotte, Verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift »Arbeitsrecht im Betrieb«. Juristin mit Schwerpunkt Arbeitsrecht und Mediatorin.