Betriebsrat Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Ingelheim am Rhein

Transfervereinbarung Journey


Stichworte zum Projekt

  • Kosteneinsparungsprogramm sollte auch massive Auswirkungen auf Anzahl der Arbeitsplätze haben
  • Betriebsrat verhandelt Vereinbarung, die vollständig betriebsbedingte Kündigungen sowie den Abbau sozialer Leistungen weitgehend verhindert.

  • Unternehmen/Betrieb: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG 
  • Branche: Pharma
  • Zahl der Mitarbeiter: 6.777
  • Gewerkschaften: IG BCE



Motiv
Das Kosteneinsparungsprogramm „Journey“ beim dem Pharma-Unternehmen Boehringer Ingelheim führte im Herbst 2014 zu einem abrupten Einstellungsstopp, nachdem jahrelang an den deutschen Standorten Personal aufgebaut worden war. Die Planungen der Unternehmensseite besagten, dass von 450 Mio. EURO Einsparungen alleine 100 Mio. EURO auf den Bereich der Personalkosten entfallen sollten. Die Arbeitgeberseite stelle außer einem Stellenabbau mit einem Sparvolumen von 63 Mio. EURO unter anderem die betriebliche Altersvorsorge in ihrer aktuellen Ausgestaltung zur Verhandlung.

Vorgehen
Der Betriebsrat wollte diese massiven Abbaumaßnahmen so nicht mittragen und ging in die Verhandlungen für eine Betriebsvereinbarung. Um die Verhandlungsbereitschaft des Arbeitgebers, der das Thema zunächst nicht verhandeln wollte, zu „verbessern“, blockierte das Gremium Verhandlungen zum Thema Arbeitszeit, die dem Arbeitgeber jedoch wichtig waren. Parallel dazu entwickelten die Betriebsräte eine Vielzahl von Kosteneinsparungsvorschlägen, die sich im Wesentlichen mit dem Thema der Sachkosten beschäftigten.

Ergebnisse

Schließlich einigten sich beide Seiten im Dezember 2014 auf die Rahmenkonzernbetriebsvereinbarung „Transfervereinbarung Journey“. Dies gewährleistet, dass auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet wird. Deutschlandweit haben lediglich 83 Mitarbeiter das Unternehmen mit einer Abfindung verlassen. Alle anderen von den Maßnahmen betroffenen Mitarbeiter konnten intern auf andere Stelle vermittelt werden. Ursprünglich vom Arbeitgeber geplante Maßnahmen, wie die Auflösung des Urlaubskontos und die Verschlechterung der betrieblichen Altersversorgung, konnten vollständig verhindert werden.

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