Betriebsrat der DB Engineering &Consulting GmbH, Berlin

Formel 1 trifft Bundesliga – zweifacher Firmenumbau mit Highspeed und Doppelpass. Sozialplan ohne Jobverlust, Interessenausgleich mit Mehrwert.


Stichworte zum Projekt

  • Umfassender Firmenumbau erfordert schnelles und effizientes Vorgehen des Betriebsrats
  • Gremium verhandelt Sozialpläne und Interessenausgleich und sichert Arbeitsbedingungen

  • Unternehmen/Betrieb: DB Engineering &Consulting GmbH, Berlin
  • Branche: Verkehrsunternehmen 
  • Zahl der Mitarbeiter: 4.500
  • Gewerkschaften: EVG


Motiv
Ohne Vorwarnung werden im November 2014 Mitarbeiter, Interessenvertretungen und Führungskräfte vom Konzernvorstand darüber in Kenntnis gesetzt, dass DB Engineering &Consulting GmbH im Rahmen einer Geschäftsfeldoptimierung innerhalb der nächsten sechs Monate zerlegt werden soll. Große Teile des Verkehrsunternehmens sollen anderen Geschäftsbereichen zugeordnet, die Restfirma mit einem bisherigen Wettbewerber verschmolzen werden. Beim Betriebsrat schrillten die Alarmglocken, denn mit dieser „Optimierungen“ bestand die akute Gefahr, dass massiv Arbeitsplätze gefährdet waren und individuelle Einbußen der Beschäftigungsbedingungen drohten.

Vorgehen
Die Gesamtbetriebsräte machten der Geschäftsführung und dem Konzernvorstand unmissverständlich klar, dass ein solcher Firmenumbau nur transparent geschehen könne. Die Forderung: In allen Bearbeitungsschritten und in allen Entscheidungsstufen sind die Interessenvertreter einzubinden. Von Anfang an werden der Betriebsübergang und die spätere Verschmelzung dabei von einem Anwalt für Arbeitsrecht begleitet. Die zeitlichen und inhaltlichen Herausforderungen sind enorm: Sechs Monate für einen Betriebsübergang von über 2.500 Kolleginnen und Kollegen. Bei der Verhandlung der Interessenausgleiche und Sozialpläne – jeweils einzeln und in Schritten für den Betriebsübergang und die Verschmelzung – wird explizit Wert darauf gelegt, dass die materiellen Besitzstände der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Arbeit und Arbeitsort nicht verschlechtert oder verändert werden. Und: es darf niemand auf der Stecke bleiben. Die intensiven, harten, aber fairen Verhandlungen ziehen sich über jeweils ein halbes Jahr hin und werden erfolgreich und im Interesse der Beschäftigten abgeschlossen. Begleitet wird der Firmenumbau von Betriebsrats- und Gesamtbetriebsratsseite mit vielen Informationsveranstaltungen, Newslettern und sonstigen Mitteln der Öffentlichkeitsarbeit. Dabei wird auch immer wieder Unterstützung durch die Belegschaft eingefordert und erreicht.

Ergebnisse
Der zweifache Firmenumbau innerhalb von eineinhalb Jahren konnte erfolgreich abgewickelt worden. Die Interessenvertretungen haben durch Interessenausgleiche und Sozialpläne die Arbeitsplätze und die materiellen Arbeitsbedingungen geschützt. Niemand ist auf der Strecke geblieben, zudem konnten Einkommenseinbußen verhindert werden.