Betriebsrat der HIL Heeresinstandsetzungslogistik GmbH

Örtliche Interessenvertretung/Standorterhaltung Glückauf-Kaserne Unna

Motiv
Mit der Aussetzung der Wehrpflicht durch den Deutschen Bundestag und die damit verbundene umfassende Bundeswehrreform hatten am Standort Unna viele Zivilbeschäftigte Angst um ihren Arbeitsplatz. Es wurde befürchtet, dass die Glückauf-Kaserne in Unna zu den Standorten gehören würde, die von der Schließung betroffen sind.
Zahlreiche Mitarbeiter und deren Familien sind in der Vergangenheit schon von mehreren Standortschließungen betroffen gewesen und fahren heute teilweise über 100 Km zu ihrem neuen Arbeitsplatz. Betriebs- und Personalräte des betroffenen Standortes vereinbarten ein konzertiertes Vorgehen gegen die drohende Schließung, um auch den Interessen der Zivilbeschäftigten Gehör zu verschaffen.

Vorgehen
Die Gremien gingen dazu in die Offensive und kontaktieren verschiedenste Ansprechpartner aus Politik, Militär und Verwaltung, um hier das Gespräch zu suchen.
Zentrale Argumente bei allen Gespräche waren, die wichtige wirtschaftliche Bedeutung der Kaserne für die Region, der Erhalt von Arbeitsplätzen, die Unterstützung durch die kommunalen Vertreter und Mandatsträgern, der Rückhalt in der Bevölkerung, z. B. durch Nutzung der Infrastruktur in der Kaserne und die Nachwuchsgewinnung für die Bundeswehr. Hinzu kam außerdem, dass der Standort Unna, die letzte Kaserne im Ruhrgebiet sei und die sehr gute Verkehrsanbindung des Standortes
Die Personal- und Betriebsratsgremien beschlossen, sich für den Erhalt des Standortes Unna einzusetzen und gründeten eine örtliche Interessenvertretung. Zudem wurden die betroffenen Gewerkschaften mit ins Boot geholt. Ergänzt wurden diese Aktivitäten um aktive Pressearbeit, öffentliche Unterschriftenaktionen und weitere Kontakte mit Amts- und Mandatsträgern aus Landes- und Bundespolitik. Unterstützt wurde die Initiative zudem durch die Städte Unna und Kamen sowie Vertreter der betroffenen Landkreise.

Ergebnisse
Am 26. Oktober 2011 gab der Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière seine Standortentscheidung bekannt: Die Glückauf-Kaserne war / ist von der Schließung nicht betroffen. Für die Zivilbeschäftigten bedeutet dies, dass die Mitarbeiterzahl stabil bei ca. 160 verbleibt. Hier kann es in Zukunft noch zu einigen positiven Veränderungen kommen. Die Planungen seitens der Bundeswehr hierfür waren zum Zeitpunkt der Bewerbung noch nicht endgültig abgeschlossen.
Da der Standort erhalten bleibt, konnte der Personalrat erreichen, dass bis jetzt acht Kollegen/-innen von anderen aufgelösten oder weit entfernten Dienststellen bzw. Dienstorten ihren Arbeitsplatz in Unna und damit in Wohnortnähe haben.
Die Auswirkungen für die Soldaten beinhalten Reduzierungen von Dienstposten, gleichwohl bleibt der Standort bei freiwilligen Soldaten sehr beliebt, was sich an einer im Bundesdurchschnitt niedrigen Abbrecherquote ablesen lässt.


 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Eva-Maria Stoppkotte »Tue Gutes und sprich darüber. Ich möchte alle Betriebsräte dazu ermutigen, sich mit ihren Projekten und Initiativen am Deutschen Betriebsräte-Preis zu bewerben und der Öffentlichkeit zu zeigen, wie professionell und engagiert Betriebsratsarbeit aussieht.«

Eva-Maria Stoppkotte, Verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift »Arbeitsrecht im Betrieb«. Juristin mit Schwerpunkt Arbeitsrecht und Mediatorin.