Betriebsrat der JUMA GmbH & Co. KG

Arbeitsplatzsicherung

Motiv
Nachdem die Firma JUMA Natursteinwerke am 01.03.2010 Insolvenz angemeldet hatte, waren zum damaligen Zeitpunkt 187 Beschäftigte vom Arbeitsplatzverlust bedroht.
Nach Umstrukturierungsmaßnahmen durch die Insolvenzverwaltung, wurde die Firma unter neuem Inhaber und neuer Geschäftsleitung unter dem Namen JUMA GmbH + Co. KG mit 180 Beschäftigten weitergeführt. Im Unternehmen herrschte große Unsicherheit über die Zukunft des Unternehmens, die Sicherheit der Arbeitsplätze sowie die künftigen Arbeitsbedingungen.

Vorgehen
Auf Veranlassung von zwei Mitgliedern der IG BAU wurde dann Kontakt zur Gewerkschaft aufgenommen, zur Vorbereitung von Betriebsratswahlen. Nach mehreren Vorbereitungsgesprächen fand im Juli 2011 die Betriebsversammlung zur Wahl des Wahlvorstandes mit 99 Beschäftigten statt.
Zur Wahl traten zwei konkurrierende Listen an. Die Liste der Initiatoren erhielt zwei von sieben Betriebsrats-Sitzen. Bei der täglichen Arbeit spielte die Listenkonkurrenz aber keine Rolle. Im Vordergrund stand die konkrete Interessenvertretung im Sinne der Arbeitnehmer. Dazu führt das Gremium jährlich eine 3-tägige Betriebsrats-Klausur sowie regelmäßige Sitzungen und Besprechungen mit der Geschäftsleitung durch.

Ergebnisse
Das neugewählte Gremium konnte dann, mit Unterstützung durch die IG BAU, zu einer Vielzahl von Themen Vereinbarungen und Lösungen im Sinne der Beschäftigten erzielen. Dazu zählen:

  • Der Beitritt des Arbeitgebers zum Arbeitgeberverband wurde erreicht, nachdem der Vorbesitzer nicht der Tarifbindung unterlegen hatte und damit bis zur Insolvenz eine Anwendung von Tarifverträgen nicht möglich gewesen war.
  • Die Ausbildungskapazitäten wurden erhöht.
  • Ein Standortsicherungsvertrag wurde abgeschlossen.
  • Im November 2011 wurde eine Betriebsvereinbarung unter Beteiligung der Tarifparteien erzielt. Diese beinhaltet, dass in einer ersten Stufe ein langsames Heranführen an die Tariflöhne erfolgt. So erhalten die Mitarbeiter 50 % des tariflichen Weihnachtsgeldes plus sieben Tage bezahlte Freizeit als Ausgleich. In der zweiten Stufe erfolgt dann die Aufstockung des Weihnachtsgeldes auf durchschnittlich 100 % des tariflichen Anspruchs. In einer dritten Stufe tritt dann die tarifgemäße Eingruppierung aller Beschäftigten in Kraft.
  • Im Rahmen eines Stufenplans bis 31.12.2015 wurde vereinbart, dass jedes Mitglied der IG BAU im Betrieb alle vollständigen tariflichen Leistungen erhält.
  •  Der Organisationsgrad konnte auf nahezu 50 % erhöht werden.
  •  Aus dem Betriebsrat des Unternehmens ist ein Mitglied in der Tarifkommission vertreten

Seit Beginn der Betriebsratsarbeit, haben sich damit die Stimmung und die Zuversicht bei den Beschäftigten wesentlich verbessert, was auch positive Folgen auf die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens hat.

 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Eva-Maria Stoppkotte »Tue Gutes und sprich darüber. Ich möchte alle Betriebsräte dazu ermutigen, sich mit ihren Projekten und Initiativen am Deutschen Betriebsräte-Preis zu bewerben und der Öffentlichkeit zu zeigen, wie professionell und engagiert Betriebsratsarbeit aussieht.«

Eva-Maria Stoppkotte, Verantwortliche Redakteurin der Zeitschrift »Arbeitsrecht im Betrieb«. Juristin mit Schwerpunkt Arbeitsrecht und Mediatorin.