Betriebsrat der KHC Westfalenhallen GmbH

Mitarbeiterbefragung 2011

Motiv
Der Betriebsrat der KHC Westfalenhallen GmbH – ein Unternehmen, das die gastronomische Versorgung bei Messen, Kongressen und Großveranstaltungen organisiert – wollte etwas zur Verbesserung des Betriebsklimas beitragen. Um sich einen Überblick über die Stimmung im Betrieb zu verschaffen, beschloss das Gremium eine aufwändige Mitarbeiterbefragung zu erarbeiten und durchzuführen.
Die Interessenvertreter versprachen sich davon auch Anregungen für Initiativen zur Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Vorgehen
Der Betriebsrat erarbeitete einen Fragebogen mit einem Umfang von zwei DIN A4-Seiten. Im Zeitraum Februar bis Anfang Juli 2011 erhielten alle Mitarbeiter die Gelegenheit, ihn auszufüllen.
Der Fragebogen besteht aus vier Teilen: Hinweise zur Befragung, Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, offene Fragen und die Bitte um Angaben für statistische Zwecke.
Die Hinweise am Beginn des Fragebogens erwähnen auch die vertrauliche Behandlung aller Angaben und erläutern, dass es beim Ausfüllen keine richtigen oder falschen Antworten gibt.
Die Fragen mit den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten untergliedern sich in drei Teile: Angaben zum Arbeitsplatz, Angaben zu dem oder der Vorgesetzten und Angaben zum Betriebsrat allgemein sowie zur Fragebogenaktion im Besonderen. Die vorgegebenen Statements in diesem Teil des Bogens können durch Ankreuzen von Zahlenwerten von 1 (für „stimmt überhaupt nicht“) bis 5 („stimmt vollkommen“) bewertet werden. Beispiele für Aussagen zum Ankreuzen: In meiner Abteilung arbeiten wir gut zusammen. / Ich bin mit meiner Arbeitszeitregelung zufrieden. / Mein direkter Vorgesetzter ermutigt mich, neue Ideen einzubringen. / Ich kann jederzeit mit dem Betriebsrat in Kontakt treten.
Im dritten Teil des Fragebogens werden Angaben zu Alter, Berufsausbildung und Betriebszugehörigkeit abgefragt. Außerdem können die Mitarbeiter mitteilen, in welcher Abteilung genau sie arbeiten. Daran schließt sich die einzige offene Frage des Bogens an. Sie lautet: „Was wünschen Sie sich und Ihren Kolleginnen und Kollegen noch“?
Von 253 Beschäftigten haben sich 64, also 25,3% an der Befragung beteiligt. Der Betriebsrat wertete die Bögen sorgfältig aus und machte das Ergebnis am Schwarzen Brett der Firma bekannt. Auch die Geschäftsleitung informierte er über das Ergebnis seiner Aktion.

Ergebnisse
Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass ein Drittel der Mitarbeiter das individuelle Arbeitspensum beklagt, die Arbeit körperlich anstrengend findet und sich psychisch stark belastet fühlt. Fast ein Drittel ist mit dem Betriebs- und Arbeitsklima nicht zufrieden und die Hälfte der Beschäftigten empfindet die Bezahlung als zu niedrig.
Erfreulich ist das Feedback der Belegschaft zum Thema Betriebsratsarbeit. Denn sowohl die Betriebsratsarbeit generell, als auch die Erreichbarkeit des Betriebsrats bekam sehr gute Bewertungen.
Über die angekreuzten Antworten hinaus kamen über die Fragebogenaktion unter anderem folgende Anregungen: Offener Umgang mit Problemen, mehr WIR, faire und gerechte Aufteilung der Wochenendeinsätze, mehr Respekt und Gerechtigkeit bei Eingruppierungen.
Der Betriebsrat plant auf Basis der durch die Befragung gewonnenen Erkenntnisse verschiedene Initiativen und Verbesserungsvorschläge. Das Projekt „Rückencoaching“ ist bereits angelaufen. Die Geschäftsleitung hat dem Gremium für diese und weitere Initiativen ihre Unterstützung zugesagt.


 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Jochen Schroth » Die Verleihung des Deutschen Betriebs-rätepreises ist ein gelungenes Format, die hervorragende Arbeit vieler Betriebsrätinnen und Betriebsräte einmal in Jahr auszuzeichnen und zu würdigen. Und es ermöglicht Betriebsräten, von guten Ideen anderer zu profitieren und sich inspirieren zu lassen.«

Jochen Schroth, Ressortleiter Vertrauensleute und Betriebspolitik beim IG Metall-Vorstand