Betriebsrat der B. Braun Melsungen AG

Betriebsratszeitung „BR direkt“

Motiv
Die B. Braun Melsungen AG ist ein weltweit tätiges Unternehmen, das Produkte und Dienstleistungen für die Medizin entwickelt, produziert und vertreibt. In den Bereichen „Hospital Care“, „Aesculap“, „Out Patient Market (OPM)“ und „B. Braun Avitum“ sind derzeit ca. 43.600 Mitarbeiter an 50 Standorten weltweit beschäftigt, am Hauptsitz in Melsungen derzeit ca. 5800.
In dem Unternehmen gibt es bereits eine Mitarbeiterzeitung, in der der Betriebsrat bisher nur sporadisch Artikel veröffentlichte. Um den Beschäftigten einen Gegenpol zu dieser Mitarbeiterzeitung zu bieten, überlegte der Betriebsrat, eine eigene Zeitung herauszugeben. Mit dieser wollte er die Mitarbeiter noch besser über aktuelle Themen informieren und ihnen einen Einblick in die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen des Unternehmens geben. Die Mitarbeiter sollten erfahren, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf sie haben und welche Bestrebungen der Betriebsrat hier verfolgt, um die Rechte der Mitarbeiter zu schützen. Gleichzeitig sollte die Zeitung eine Plattform für den Betriebsrat sein, seine Positionen in der Betriebsöffentlichkeitsarbeit transparent darzustellen. Neben den sporadischen Artikeln in der Mitarbeiterzeitung war die Öffentlichkeitsarbeit bisher auf das Verteilen von Flugblättern und auf das Auslegen von Informationsmaterial beschränkt.

Vorgehen
Die Betriebsratsmitglieder bildeten ein Team für die Entwicklung einer Betriebsratszeitung. Da die nötige Fachkompetenz (Journalistik, Redaktion und Gestaltung etc.) fehlte, beauftragte der Betriebsrat eine Werbeagentur, ein Konzept für eine Betriebsratszeitung zu entwickeln. In einem Workshop – veranstaltet von der Agentur – legten die Betriebsratsmitglieder Kriterien fest, wie die Betriebsratszeitung gestaltet und die Inhalte dargestellt werden sollten: Die Beschäftigten sollten umfassend informiert werden („Nur wer Bescheid weiß, kann mitreden“) und der Zusammenhalt der Belegschaft untereinander gestärkt werden. Des Weiteren wollte der Betriebsrat seine Kompetenz als Betriebsrat darstellen und so das Vertrauen in der Belegschaft ausbauen. So entstand die Betriebsratszeitung „Betriebsrat direkt“.
Der Betriebsrat entwickelte die ersten Ausgaben gemeinsam mit der Werbeagentur, nach und nach übernahm der Betriebsrat die Umsetzung vollständig. Heute erstellt er „Betriebsrat direkt“ allein.

Ergebnisse
Seit der ersten Ausgabe im Dezember 2009 veröffentlichte der Betriebsrat 12 Ausgaben von „Betriebsrat direkt“, zusätzlich noch eine Sonderausgaben u.a. zu Betriebsversammlungen sowie zum „Europa-Forum“ (die auch auf Englisch veröffentlicht wurde).
In „Betriebsrat direkt“, die derzeit alle 2–3 Monate erscheint, informiert der Betriebsrat die Mitarbeiter auf ca. 16 Seiten ausführlich über aktuelle und vergangene Geschehnisse im Unternehmen. Darüber hinaus gibt der Betriebsrat Vorstandsmitgliedern in Interviews die Möglichkeit, zur Entwicklung des Unternehmens Stellung zu nehmen. Um den Mitarbeitern den Zugang zu Themen zu erleichtern, untergliederte der Betriebsrat seine Zeitung in: Aktuelles, Im Dialog, Wir für Euch, Vor Ort und Verschiedenes.
„Betriebsrat direkt“ fand große Zustimmung bei den Beschäftigten (zahlreiche Leserbriefe), weil auch kritische Berichte über das Innenleben des Unternehmens veröffentlicht werden. Zwischenzeitlich kamen auch von anderen B. Braun-Standorten Anfragen, ob sie die Zeitung und Tipps erhalten könnten, weil der Betriebsrat dieser Standorte auch eine eigene Zeitung herausgeben möchte.

 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Jochen Schroth » Die Verleihung des Deutschen Betriebs-rätepreises ist ein gelungenes Format, die hervorragende Arbeit vieler Betriebsrätinnen und Betriebsräte einmal in Jahr auszuzeichnen und zu würdigen. Und es ermöglicht Betriebsräten, von guten Ideen anderer zu profitieren und sich inspirieren zu lassen.«

Jochen Schroth, Ressortleiter Vertrauensleute und Betriebspolitik beim IG Metall-Vorstand