Betriebsrat der Klinikum Bremen-Nord gGmbH, Bremen

Betriebsvereinbarung zur Sicherstellung der Ausbildungsqualität Operationstechnische/r Assistent/in

Motiv
Das Klinikum Bremen-Nord gGmbH ist einer von vier Standorten des Klinikverbunds Gesundheit Nord und bietet medizinische, pflegerische und therapeutische Leistungen in Somatik und Psychiatrie. Jährlich werden mehr als 40.000 Patienten stationär und ambulant versorgt. Das Klinikum Bremen-Nord gGmbH ist Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen und mit dem KTQ-Prüfsiegel für herausragende Qualität ausgezeichnet.

In dem Klinikum fehlte es an der Möglichkeit, die Ausbildungsqualität für Auszubildende sicherzustellen, gleichzeitig sollte vermieden werden, dass der/die Auszubildende bei Personalfällen als Springer eingesetzt wird. Des Weiteren bemängelte die Jugend- und Auszubildendenvertretung, dass die Ausbildung nicht ausreichend dokumentiert wird und dass nicht genügend Ausbilder für die Ausbildung zur Verfügung stehen.

Vorgehen
Zu den Aufgabenschwerpunkten in der Ausbildung zu einer/m operationstechnischen Assistenten/Assistentin (OTA) gehören das selbstständige Organisieren und das Koordinieren der Arbeitsaufläufe im Operationssaal. Die Auszubildenden sollen die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen lernen sowie wirtschaftliches Denken und Handeln im Umgang mit Geräten und Sachmitteln.
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung nahm Kontakt mit dem Betriebsrat auf, um eine Betriebsvereinbarung für Auszubildende dieses Berufszweigs abzuschließen. Diese Betriebsvereinbarung sollte unter anderem sicherstellen, dass die Anforderungen, die an die Ausbildung gestellt werden, nachprüfbar sind.
Es kam mit der Geschäftsführung zu Verhandlungen. In diesen Diskussionen führte die JAV aus, wie wichtig die Nachprüfbarkeit der Anforderungen für eine Ausbildung ist. Des Weiteren wies die JAV darauf hin, dass nur eine ausreichende Anzahl an Praxisleiter/innen eine ausgewogene und umfassende Ausbildung gewährleistet. Dazu gehörte nach Ansicht der JAV auch eine verbesserte Dokumentation der Ausbildung.

Ergebnisse
Der Betriebsrat und die Geschäftsführung beschlossen eine Betriebsvereinbarung über die Sicherung der Qualität der Ausbildung zum/ zur Operationstechnischen/ Operationstechnischen Assistenten/-in. In dieser Vereinbarung hielten die Parteien fest, dass für die betriebsinterne Ausbildung der Ausbildungsplan der Schule übernommen wird. Der Inhalt des Planes soll die Lerninhalte sowie die örtliche und zeitliche Verteilung umfassen, die sich jeweils nach den Empfehlungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) richten.

Des Weiteren legten die Parteien in dieser Vereinbarung fest, dass eine ausreichende Anzahl an qualifizierten Praxisleiter/innen für die Ausführung der praktischen Ausbildung zur Verfügung zu stehen hat. Analog zur Krankenpflegeausbildung finden nun auch Ausbildungsgespräche als Vor-, Zwischen und Abschlussgespräche statt. Zu diesen Gesprächen kann der/die Auszubildende ein Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung oder des Betriebsrats hinzuziehen. Für die Dokumentation des Ausbildungsverlaufs und der Ausbildungsgespräche legt sich jede/r Auszubildende einen Praxisordner an, der bei dem/der Auszubildenden verbleibt.
Diese Betriebsvereinbarung dient nun auch als Vorlage für andere neue Ausbildungsberufe.

Zusatzinformationen
Betriebsvereinbarung zur Qualitätssicherung


 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Reiner Hoffmann » Mit dem Deutschen Betriebsrätepreis haben wir ein Forum, in dem die Erfolge der Betriebsrätearbeit ganzheitlich und öffentlichkeitswirksam dargestellt werden. «

Reiner Hoffmann, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes, zuständig für Grundsatzangelegenheiten und Gesellschaftspolitik, Mitbestimmung, Internationale und europäische Gewerkschaftspolitik, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Personal, Europäische Akademie der Arbeit