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Urlaubsabgeltung Anspruch besteht trotz fehlender landesrechtlicher Rechtsgrundlage

[11.03.2013]Das Land kann den Anspruch einer Lehrerin auf Abgeltung des unionsrechtlich gewährleisteten Mindesturlaubs nicht mit dem Argument abwehren, dass noch keine landesrechtliche Rechtsgrundlage geschaffen wurde. Der Zahlungsanspruch erfolgt unmittelbar aus Unionsrecht; für die Berechnung ist das Bundesurlaubsgesetz analog anwendbar.

Der Fall:
Die Klägerin stand als Realschulkonrektorin im Dienst des beklagten Landes. Sie war mit einem Grad von 50 als Schwerbehinderte anerkannt. Seit Mitte Januar 2010 war sie dienstunfähig erkrankt. Mit Ablauf Februar 2011 wurde sie wegen Dienstunfähigkeit in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Die Frau forderte das beklagte Land unter Verweis auf das Urteil des EuGH (v. 03.05.2012 - Rs. C-337/10) zur Zahlung einer Urlaubsabgeltung auf. Sie meint für das Jahr 2010 stehe ihr ein Mindesturlaub von 20 Tagen und ein Zusatzurlaub für Schwerbehinderte zu. Für das Jahr 2011 müssten 5 Tage Mindesturlaub und Zusatzurlaub abgegolten werden.

Das Land verweist auf die seiner Auffassung bestehende Notwendigkeit, die für eine bisher im Beamtenrecht nicht geregelte Urlaubsabgeltung erforderliche Rechtsgrundlage im Landesrecht erst noch zu schaffen.

Die Entscheidung:
Es bedarf keiner landesrechtlichen Rechtsgrundlage, entschied das VG Frankfurt.

Für die Beurteilung des Klageanspruchs kann in der Tat nicht auf nationales Recht abgestellt werden. Denn die Bestimmungen der Hessischen Urlaubsverordnung (HUrlVO) sehen keine Urlaubsabgeltung in denjenigen Fällen vor, in denen eine Beamtin wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt wird. Auch das Bundesurlaubsgesetz (hier: § 7 Abs. 4 BUrlG) kann als Anspruchsgrundlage nicht herangezogen werden, da dieses für Beamte und Beamtinnen nicht gilt.

Der Zahlungsanspruch erfolgt aber unmittelbar aus Art. 7 Abs. 2 RL 2003/88/EG. Diese Bestimmung kann jedenfalls im Verhältnis zum Beklagten als öffentlichem Träger unmittelbar angewandt werden. Darauf gestützt kann die Lehrerin die Gewährung eines bezahlten Jahresurlaubs von mindestens vier Wochen beanspruchen. Das beklagte Land ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft und muss sich deshalb für den Fall der mangelnden Umsetzung der RL die Anwendung ihrer eines unmittelbaren Vollzugs zugänglichen Bestimmungen gefallen lassen.

Allerdings enthält die RL keine genauen Vorgaben zur Berechnung der Urlaubsabgeltung. Diese Lücke im nationalen Recht ist durch die allgemein gebräuchlichen Methoden der Auslegung und Analogie zu schließen. In Übereinstimmung mit § 11 Abs. 1 S. 1 BUrlG und § 2 S. 2 HMuSchEltZVO bzw. § 2 S. 2 MuSchEltZVO ist die Urlaubsabgeltung - mangels anderweitiger Bestimmungen im derzeitigen Arbeits- und Beamtenrecht - auf der Grundlage der Besoldungsleistungen während der letzten drei Monate vor der Beendigung des Beamtenverhältnisses zu berechnen.

In entsprechender Weise ist hinsichtlich des Zusatzurlaubs für Schwerbehinderte zu verfahren.
Hier ergibt sich der zur Abgeltungsanspruch aus § 125 SGB IX selbst. Denn der EuGH hat in seinem Urteil ausdrücklich ausgeführt, dass der den vierwöchigen Mindesturlaub i. S. d. Art. 7 Abs. 1 RL 2003/88/EG übersteigende zusätzliche Urlaub nicht kraft Unionsrechts unter die Gewährleistungen dieser RL fällt.

Quelle:
VG Frankfurt, Urteil vom 09.01.2013
Aktenzeichen: 9 K 3340/12.F

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