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Laufbahnbefähigung Hauptschullehrer an Realschule plus hat keinen Anspruch auf höhere Besoldung

[24.04.2013]Eine Hauptschullehrerin, die nach der Abschaffung der Hauptschulen in Rheinland-Pfalz an einer Realschule plus unterrichtet, hat keinen Anspruch auf Ernennung zur Realschullehrerin oder höhere Besoldung.

Der Fall:
Die klagende Lehrerin hatte beantragt, ihr das um eine Besoldungsgruppe – A 13 statt A 12 – höher dotierte Amt einer Realschullehrerin zu übertragen oder ihr zumindest eine entsprechende Zulage zu gewähren.

An der Realschule plus nehme sie überwiegend Aufgaben wahr, die zuvor Realschullehrern übertragen gewesen seien. Mit der flächendeckenden Einführung der Realschule plus und dem Verzicht auf Qualifizierungsmaßnahmen habe der Gesetzgeber zudem deutlich gemacht, dass er die ehemaligen Hauptschullehrer für ausreichend befähigt halte, an der neuen Schulform zu unterrichten. Dann aber müsse er Lehrer mit gleichen Aufgaben auch gleich besolden.

Das beklagte Land hatte dies unter Hinweis auf das Fehlen einer Rechtsgrundlage für die geforderte Besserstellung abgelehnt.

Die Entscheidung:
Das VG Koblenz hat die Klage abgewiesen.

Die Frau hat keinen Anspruch auf Ernennung zur Realschullehrerin. Als ausgebildete Grund- und Hauptschullehrerin verfügt sie über die Befähigung für das Lehramt an allgemeinbildenden Schulen.  Die von ihr begehrte Ernennung zur Realschullehrerin setzt demgegenüber die Befähigung für das Lehramt an Realschulen voraus. Diese Laufbahnbefähigung kann nachträglich durch eine Aufstiegsprüfung erworben werden. Einer solchen hat sich die Klägerin bislang jedoch nicht unterzogen.

Ein Anspruch folgt auch nicht daraus, dass die Frau nun zum Teil Aufgaben einer Realschullehrerin wahrnimmt. Nach beamtenrechtlichen Grundsätzen kann der Dienstherr seine Beamten durchaus für eine gewisse, auch längere Zeit in einer höher bewerteten Funktion beschäftigen, ohne dass sich daraus zugleich ein Anspruch auf die statusrechtliche Verleihung des höheren Amtes und die damit verbundene Einweisung in eine höhere Besoldungsgruppe ergibt.

Hierfür hat sich der Gesetzgeber vorliegend im Rahmen der Schulstrukturreform entschieden. Obwohl klar war, dass ein großer Teil der bisher an den Hauptschulen tätigen Lehrer künftig an den Realschulen plus unterrichten werden, hat er davon abgesehen, eine neue besoldungsrechtliche Zuordnung für diesen Personenkreis zu treffen. Durchgreifende Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit bestehen insoweit nicht.

Das beklagte Land hat auch nicht gegen den Gleichheitsgrundsatz in Artikel 3 des Grundgesetzes verstoßen. Das Studium für die Lehrbefähigung an Grund- und Hauptschulen unterscheidet sich grundlegende von dem an Realschulen bzw. Realschulen plus. Dieser Unterschied stellt – so die Koblenzer Richter – eine ausreichende sachliche Rechtfertigung für die unterschiedliche Besoldung beider Lehrergruppen dar.

Gegen diese Entscheidung steht den Beteiligten die Berufung an das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz zu.

Quelle:
VG Koblenz, Urteil vom 11.04.2013,
Aktenzeichen: 6 K 992/12.KO,
PM des VG Koblenz Nr. 12/13 vom 23.04.2013

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