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Altersteilzeit Einkünfte in Freistellungsphase sind keine Versorgungsbezüge

[04.07.2013]Erzielt ein Beamter in Altersteilzeit während der Freistellungsphase Einkünfte, so sind diese regelmäßig keine Versorgungsbezüge. Er kann daher weder den Versorgungsfreibetrag noch den Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag in Anspruch nehmen.

Der Fall:
Der Kläger war als Beamter nichtselbständig tätig. Bereits 2002 war ihm Altersteilzeit nach dem Blockmodell für den Zeitraum vom 01.08.2004 bis zum 30.11.2013 bewilligt worden.

Der Beamte verrichtete bis zum 31.03.2009 seinen Dienst; die Freistellungsphase begann am 01.04.2009. Ab diesem Zeitpunkt war er bis zum Eintritt in den Ruhestand von der Dienstleistung vollständig freigestellt.

Der Kläger erklärte den auf den Zeitraum von April bis Dezember 2009 entfallenden Teil der Bezüge als Versorgungsbezüge. Das Finanzamt und das Finanzgericht qualifizierten die Einnahmen dagegen als laufenden Lohn.

Die Entscheidung:
Der BFH hat diese Rechtsauffassung bestätigt.

Die in der Freistellungsphase geleisteten Zahlungen sind kein dem Ruhegehalt gleichartiger Bezug i.S. des § 19 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Buchst. a des Einkommensteuergesetzes. Ein gleichartiger Bezug liegt nur vor, wenn er nach seinem Zuwendungsgrund mit einem Ruhegehalt, Witwen- und Waisengeld vergleichbar ist. Der Bezug muss also, wie das Ruhegehalt auch, einem Versorgungszweck dienen, also letztlich ein vorgezogenes Ruhegehalt sein.

Daran fehlte es bei den in der Freistellungsphase gezahlten Bezügen. Denn die in der Altersteilzeit erbrachten Bezüge sind Entlohnung für die aktive Tätigkeit des Teilzeitbeschäftigten, also laufende Dienstbezüge. Das zeigt sich insbesondere bei dem anderen Altersteilzeitmodell, wenn nämlich der Beamte in der gesamten Altersteilzeitphase durchgängig die Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit bei entsprechend geminderten Bezügen erbringt.

Das Altersteilzeitmodell betrifft mithin vor allem die Frage, in welchen Zeiträumen die Dienstleistung durch den Beamten einerseits und die Dienstbezüge andererseits erbracht werden, regelt also Fälligkeit und Zuflusszeitpunkt, nicht aber die grundlegende Qualifikation der beiderseitig geschuldeten Leistungen. Werden also vorab die Dienste bei voller Arbeitszeit erbracht und anschließend die Freistellungsphase in Anspruch genommen, bleiben die während der Altersteilzeit durchgängig geleisteten Zahlungen deshalb Dienstbezüge und werden nicht zu Versorgungsbezügen. Das Urteil stellte weiter klar, dass allein eine Freistellung vom Dienst bei fortlaufenden Bezügen diese nicht zu Versorgungsbezügen werden lässt.

Quelle:
BFH, Urteil vom 21.03.2013,
Aktenzeichen: VI R 5/12,
PM des BFH Nr. 36/13 vom 03.07.2013

Tipp der Online-Redaktion:
»Rechtsprechungsübersicht zu Fragen der Altersteilzeit« von Rothländer in »Der Personalrat« 11/2008, S. 441-445.


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