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Disziplinarmaßnahme Haushaltsverstoß rechtfertigt keine Abordnung einer Schulleiterin

[20.08.2013]Die Rektorin einer Realschule kann vom Schulträger nicht deshalb an eine Oberschule abgeordnet werden, weil sie möglicherweise gegen haushaltsrechtliche Bestimmungen verstoßen hat. Es muss vielmehr eine unmittelbare Störung des innerschulischen Friedens vorliegen.

Der Fall:
Die Rektorin einer Realschule hatte sich mit ihrem Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz gegen eine Verfügung der Niedersächsischen Landesschulbehörde gewandt. Mittels dieser sollte sie zum 01.08.2013 an eine ca. 57 km entfernt liegende Oberschule abgeordnet werden.

Die Entscheidung:
Das VG Osnabrück hat dem Antrag der Frau stattgegeben.

Die Abordnung ist offensichtlich rechtswidrig. Seine Entscheidung hat die Kammer auf mehrere Aspekte gestützt.

So gibt es keinerlei Anhaltspunkte für eine Störung der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen der Rektorin und dem Schulkollegium, der Elternschaft, dem Schulpersonalrat und den Schülern, welche der Erfüllung des Bildungsauftrages der Schule entgegensteht.
Im Gegenteil haben sich das Lehrerkollegium und die Eltervertreter nahezu geschlossen für den Verbleib der Rektorin an der Schule ausgesprochen.

Soweit es das wohl noch aufklärungsbedürftige Verhalten der Beamtin im Zusammenhang mit haushaltsrechtlichen Fragen betrifft, handelt es sich hierbei in erster Linie um Störungen in der Zusammenarbeit zwischen Schulträgerin und Schulgemeinschaft, nicht aber um eine unmittelbare Störung des innerschulischen Friedens.

Sofern es durch die Spannungen zwischen der Schulträgerin und der Schule/Schulleiterin zu gewissen mittelbaren Störungen des täglichen Schulbetriebes kommt, schienen sie von der geschlossen auftretenden Schulgemeinschaft kompensiert zu werden. Ein Verstoß gegen Vorschriften zur Bewirtschaftung der von der Schulträgerin zur Verfügung gestellten Finanzmittel rechtfertigt deshalb nicht die Abordnung der Beamtin. Zur Beachtung haushaltsrechtlicher Bestimmungen kann diese durch andere Maßnahmen angehalten werden. Weitere Umstände, die eine Abordnung rechtfertigen, liegen nicht vor.

Abgesehen von diesen Gründen ist die angegriffene beamtenrechtliche Maßnahme auch deshalb rechtswidrig, weil die Landesschulbehörde die Abordnung ausgesprochen hat, ohne die persönlichen Verhältnisse der Beamtin hinreichend zu berücksichtigen. Die Schulleiterin ist vor der Entscheidung nicht angehört worden. Jedenfalls deshalb sind die einer täglichen 57 km langen Fahrt zur neuen Dienststelle entgegenstehenden, ärztlich bescheinigten chronischen Schmerzen und die Verpflichtungen der Beamtin als gerichtlich bestellte Betreuerin ihrer Mutter unzulässigerweise außer Betracht geblieben.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle:
VG Osnabrück, Beschluss vom 05.08.2013,
Aktenzeichen: 3 B 29/13
PM des VG Osnabrück Nr. 15/13 vom 15.08.2013

Lesetipp der Online-Redaktion:
»BAG, Abordnung eines Gymnasiallehrers« in »Der Personalrat« Ausgabe 1/2012, S. 4.

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