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Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz Land darf ausschließlich Frauen zu Gleichstellungsbeauftragten bestellen

[28.08.2013]Ein abgelehnter männlicher Bewerber auf die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten hat keinen Anspruch auf Schadensersatz, wenn das Landesgleichstellungsgesetz ausdrücklich bestimmt, dass für diese Position eine Frau zu bestellen ist. Diese Bestimmung ist durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gedeckt.

Der Fall:
Der Kläger hatte sich um die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten der Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten für  Nordrhein-Westfalen beworben.

Die Kreisverwaltung teilte ihm mit, seine Bewerbung könne nicht berücksichtigt werden, da die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten zwingend mit einer Frau zu besetzen sei. Daraufhin machte der Kläger einen auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gestützten Entschädigungs- und Schadensersatzanspruch geltend.

Die Entscheidung:
Der Mann scheiterte vor dem VG Arnsberg.

Kommunale Gleichstellungsbeauftragte in Nordrhein-Westfalen kann nur eine Frau sein.
Das Landesgleichstellungsgesetz bestimmt ausdrücklich, dass als Gleichstellungsbeauftragte eine Frau zu bestellen ist. Diese Bestimmung ist durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gedeckt.

Danach ist eine unterschiedliche Behandlung wegen des Geschlechts zulässig, wenn dies wegen der Art der auszuübenden Tätigkeit eine wesentliche berufliche Anforderung darstellt beziehungsweise dazu dient, bestehende Nachteile wegen des Geschlechts auszugleichen.

Die Kammer hat in ihrer Entscheidung ausgeführt, dass es im Hinblick auf das Amt der Gleichstellungsbeauftragten hauptsächlich um die Gleichstellung von Frauen und Männern, insbesondere den derzeit (noch) bestehenden Abbau von Nachteilen für Frauen im privaten und öffentlich-rechtlichen Beschäftigungsverhältnis sowie um die Wahrnehmung von frauenspezifischen Aufgaben (unter anderem um die Erstellung von Frauenförderplänen, die Betreuung und Beratung von sexuell belästigten Arbeitnehmerinnen und die Zusammenarbeit mit Frauenhäusern) geht. Der Landesgesetzgeber hat zum Zwecke der Herstellung der Gleichberechtigung an tatsächliche Gegebenheiten und spezifische Eigenschaften, Erfahrungen und Kenntnisse angeknüpft, die mit Blick auf die frauenspezifische Ausrichtung der Position einer Gleichstellungsbeauftragten nur Frauen haben können.

Dies ist sowohl mit dem Unionsrecht als auch mit dem Grundgesetz vereinbar. Sowohl Art. 14 Abs. 2 der Richtlinie 2006/54/EG als auch Art. 3 Abs. 2 Satz 2 des Grundgesetzes bestimmen, dass der Staat die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung zu fördern und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken hat.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Quelle:
VG Arnsberg, Urteil vom 14.08.2013,
Aktenzeichen: 2 K 2669/11

Lesetipp der Online-Redaktion:
»Kooperation von Gleichstellungsbeauftragten und Personalvertretungen« von Ina Menzel in »Der Personalrat« 12/2010, S. 471–473.

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