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Polizist Totenkopf-Foto auf Facebook ist kein Kündigungsgrund

[19.09.2013]Ein Polizei-Angestellter stellt das Foto eines Totenkopfes mit Polizeimütze auf seine Facebook-Seite. Aufgenommen wurde das Bild vor einer jüdischen Schule in Hamburg. Der Mann klagte vor Gericht gegen seine Kündigung - und bekam nun Recht.

Der Fall:
Der Kläger ist als Polizei-Angestellter bei der Stadt Hamburg beschäftigt.

Er wehrt sich mit seiner Klage gegen die außerordentliche fristlose Kündigung seines Arbeitsverhältnisses. Die Stadt wirft ihm vor, auf seiner persönlichen Facebookseite das Foto eines Totenschädels mit Polizeimütze veröffentlicht zu haben, das im Postencontainer vor dem Schutzobjekt Joseph-Carlebach-Schule (Rotherbaum) der Jüdischen Gemeinde in Hamburg aufgenommen wurde.
Der Kläger war dort als Objektschützer eingesetzt.

Der Angestellte hatte bei einem Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Ende Mai erklärt, bei dem Totenkopf-Bild habe es sich um ein Scherz-Foto gehandelt. Er habe den Totenkopf nicht als Symbol der SS-Totenkopfverbände benutzt oder verstanden. Sollte er mit dem Foto Gefühle von Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde verletzt haben, entschuldige er sich dafür.

Darüber hinaus wirft die beklagte Stadt ihrem Mitarbeiter vor, in der Vergangenheit u.a. Kollegen mit ausländerfeindlichen Sprüchen beleidigt zu haben. Dies bestreitet er.

Die Entscheidung:
Das ArbG Hamburg hat die Kündigung für unwirksam erachtet.

Der Arbeitgber konnte nicht dargelegen und nachgeweisen hat, dass der Mann das Foto aufgrund einer rechtsradikalen Gesinnung aufgenommen und in das Internet gestellt hat. Maßgeblich ist, dass der fotografierte Totenschädel nicht zwangsläufig Ausdruck einer rechtsradikalen Gesinnung ist, sondern dass der Totenschädel vielfach auch in anderen Zusammenhängen, etwa bei einem Fußballverein, als Symbol verwendet wird. Auch ist nicht ersichtlich, dass es einen Zusammenhang mit dem Totenschädel und der nur im Hintergrund zu sehenden Schule gäbe, die auf dem Foto nur Ortskundige erkennen können.

Die Darstellung der Stadt zu den Vorfällen aus der Vergangenheit ist nicht ausreichend aussagekräftig, um das Foto mit dem Totenschädel in einem anderen Licht sehen zu können.

Quelle:
ArbG Hamburg, Urteil vom 19.09.2013
Aktenzeichen: 27 Ca 207/13
PM des ArbG Hamburg vom 18.09.2013

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