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Dienstunfähigkeit Feuerwehrbeamter hat Anspruch auf höheres Unfallruhegehalt

[16.12.2013]Einem Feuerwehrbeamten, der nach einem Rettungseinssatz dienstunfähig wurde, steht ein erhöhtes Unfallruhegehalt zu. Der Beamte war während des gesamten Einsatzes einer besonderen Lebensgefahr ausgesetzt und später durch die gesundheitlichen Folgen des Einsatzes dienstunfähig geworden, begründete das OVG Rheinland-Pfalz seine Entscheidung.

Der Fall
Besonders gefährlicher Einsatz

Der Brand eines Wohnhauses in der Innenstadt von Ludwigshafen am Faschingsmontag 2008 gilt immer noch als einer der verheerendsten Katastrophen in der Geschichte der Stadt nach dem zweiten Weltkrieg.

Der an dem Einsatz beteiligte Feuerwehrbeamte hielt sich nach Ausbruch des Brandes längere Zeit unmittelbar neben einem aufblasbaren Sprungpolster auf, das er mit einer Pressluftflasche funktionsfähig zu machen versuchte. Währenddessen sprangen mehrere Personen in Panik aus den Fenstern im dritten Stockwerk des brennenden Hauses und schlugen unmittelbar neben ihm auf. Eine schwangere Frau starb dabei an ihren Verletzungen.

Der Beamte wurde wegen der gesundheitlichen Folgen des Einsatzes zwischenzeitlich dienstunfähig und trat in den vorzeitigen Ruhestand. Er macht der einen Anspruch auf erhöhtes Unfallruhegehalt nach Maßabe des Beamtenversorgungsgesetzes (BeamtVG) geltend.


Die Entscheidung

Das OVG sah hier – anders als die beklagte Stadt – nicht nur die aus dem Haus springenden Personen, sondern auch den klagenden Beamten in besonderer Lebensgefahr. Es stützte sich hierzu auf Zeugenaussagen sowie die fachliche Einschätzung des eigens hierfür bestellten medizinischen Sachverständigen, der die Gefahr von erheblichen, auch tödlichen, Verletzungen als naheliegend bewertete.

Beamter war in besonderer Lebensgefahr
Darüber hinaus habe sich der Kläger bei dem Einsatz auch deswegen in besonderer Lebensgefahr befunden, weil er sich nach dem Ablöschen des Brandes am nächsten Morgen zusammen mit einem weiteren Kollegen freiwillig gemeldet hatte, um in dem abgebrannten Haus mehrere Leichen zu bergen. Das Gericht betonte, dass die Arbeit von Feuerwehrleuten bei einem Einsatz im oder unmittelbar an einem brennenden Haus regelmäßig »gefahrgeneigt« sei.

Vorschrift gilt gerade für diese Berufsgruppe
Der Sichtweise der Stadt, die »normale« Feuerwehreinsätze als nicht gefährlich bewertete, folgte es nicht. Andernfalls liefe die entsprechende Vorschrift im BeamtVG, die gerade für diese Berufsgruppe geschaffen worden sei, leer. Im zu entscheidenden Einzelfall sei ein erhöhtes Unfallruhegehalt zu gewähren, weil der Kläger aufgrund seines tadelfreien Einsatzes der Gefahr von – auch schwerwiegenden – Verletzungen ausgesetzt gewesen sei, die unmittelbar sein Leben bedrohten, und er sich dieser Gefahr bewusst war.

Quelle:
OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 26.11.2013
Aktenzeichen 2 A 10407/13.OVG
OVG, Pressemitteilung Nr. 41/2013

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