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Keine Schutzwürdigkeit Polizeibeamter erhält keinen Sonderurlaub für Referendariat

[14.01.2014]Ein Polizeibeamter hat keinen Anspruch auf Sonderurlaub zur Ableistung des juristischen Referendardienstes. Denn es handelt sich nicht um eine Ausnahmesituation, welche sich als wirkliche Zwangslage darstellt.

Der Fall:
Der Kläger steht seit 1999 als Polizeibeamter im Dienst des Landes Berlin. Ab 2004 studierte er nebenbei Rechtswissenschaft. Der Polizeipräsident in Berlin bewilligte dem Kläger zur Vorbereitung auf das erste juristische Staatsexamen für 18 Monate Teilzeitbeschäftigung im Umfang von 50 Prozent.

Seinen Antrag, ihm für 25 Monate Sonderurlaub unter Wegfall der Besoldung zu gewähren, um den juristischen Vorbereitungsdienst zu absolvieren, lehnte die Behörde ab. Er könne den Vorbereitungsdienst auch nach einer Entlassung aus dem Beamtenverhältnis ableisten.

Die Entscheidung:
Das VG Berlin folgte der Argumentation des Dienstherrn.

Der Beamte hat keinen Anspruch auf die Gewährung von Sonderurlaub, da dies einen wichtigen Grund erfordert. Dies ist nur der Fall, wenn die privaten Belange bei objektiver Betrachtung gewichtig und schutzwürdig sind. Je länger der beantragte Sonderurlaub dauern soll, umso stärker wird das öffentliche Interesse an der vollen Dienstleistung des Beamten berührt und umso höhere Anforderungen sind an die Gewichtigkeit und Schutzwürdigkeit des geltend gemachten Beurlaubungsgrundes zu stellen.

Bei einem – wie hier - besonders langen Sonderurlaub muss eine Ausnahmesituation gegeben sein, die sich als wirkliche Zwangslage darstellt. Das ist hier nicht anzunehmen. Auch wenn mit einem Entlassungsantrag weitreichende berufliche und finanzielle Folgen verbunden sind, hat der Kläger keinen Anspruch darauf, dass der Dienstherr ihm seinen derzeitigen Beamtenstatus auch während der Ausbildung für einen anderen Beruf erhält und ihm dadurch optimale Chancen für eine spätere Rückkehr in den alten oder einen Anschlussberuf im öffentlichen Dienst verschafft.

Aus rechtlicher Sicht ist es auch nicht zu beanstanden, dass der Beklagte ein dienstliches Interesse an der juristischen Ausbildung des Klägers verneint hat.

Gegen das Urteil kann die Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg beantragt werden.

Quelle:
VG Berlin, Urteil vom 04.12.2013,
Aktenzeichen: VG 7 K 647.12,
PM des VG Berlin Nr. 05/14 vom 09.01.2014

Lesetipp der Online-Redaktion:
»BAG, Vergütungsgruppenzulage trotz Sonderurlaub« in »Der Personalrat« 9/2012, S. 342.

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