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Verjährungseintritt Keine Mehrarbeitsvergütung für pensionierten Feuerwehrbeamten

[04.02.2014]Ein pensionierter Feuerwehrmann, der einen Anspruch auf Mehrarbeitsvergütung aus der Arbeitszeitrichtlinie geltend macht, kann sich nicht erfolgreich auf die Hemmung der Verjährung berufen. Denn weitere anhängige Klageverfahren seiner Ex-Kollegen sind mit seinem Fall nicht vergleichbar.

Der Fall:
Der Kläger ist ein mittlerweile pensionierter Feuerwehrmann. In der Vergangenheit leistete der verbeamtete Mann regelmäßig Dienst in einem Umfang von 56 Wochenstunden. Ende Februar 2005 trat er in den Ruhestand.

Im September 2012 stellte er bei der Stadt Heilbronn einen Antrag auf Mehrarbeitsvergütung für seine, über 48 Wochenstunden hinausgehende, geleistete Arbeitszeit. Die Stadt lehnte dies ab.

Die Entscheidung:
Auch das VG Stuttgart hat dem Pensionär den Anspruch versagt.

Für das Gericht ist unstreitig, dass die geleistete Mehrarbeit unionsrechtswidrig war. Die Stadt hat gegen Art. 6 lit. b der Richtlinie 2003/88/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 04.11.2003 über bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung verstoßen, wonach die wöchentliche Höchstarbeitszeit 48 Stunden nicht überschreiten darf.

Dennoch steht dem Kläger weder ein beamtenrechtlicher noch ein unionsrechtlicher Ausgleichsanspruch zu. Seine Ansprüche sind nach Ablauf der Verjährungsfrist von drei Jahren verjährt.

Auch die vom Kläger geltend gemachte Hemmung der Verjährung ist nicht eingetreten. So kann er sich nicht darauf berufen, die Stadt habe ihn durch ihr Verhalten, wenn auch unabsichtlich, veranlasst, von Maßnahmen zur Verhinderung des Verjährungseintritts abzusehen (sog. Einwand unzulässiger Rechtsausübung).

Zwar haben andere Feuerwehrmänner in weiteren anhängigen Klageverfahren (1 K 3358/13, 1 K 3359/13 und 13 K 3357/13) diesen Einwand mit der Begründung erhoben, die Stadt Heilbronn habe in den Vorbemerkungen von Arbeitszeitvereinbarungen ausdrücklich erwähnt, dass ein rückwirkender Anspruch auf Mehrarbeitsvergütung nach der Rechtsprechung nicht bestehe. Darauf kann sich Kläger aber nicht berufen. Denn die genannten Arbeitszeitvereinbarungen wurden zu einem Zeitpunkt abgeschlossen, zu dem er bereits im Ruhestand war.

Quelle:
VG Stuttgart, Urteil vom 24.01.2014
Aktenzeichen: 6 K 348/13

Lesetipp der Online-Redaktion:
»BVerwG, Geldentschädigung für Feuerwehrbeamte für rechtswidrig abverlangten Dienst« in »Der Personalrat« 11/2012, S. 455-461.

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