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Versorgungsausgleich Kürzung des Ruhegehalts über Tod des Ex-Gatten hinaus

[07.03.2014]Stirbt der Exgatte eines Ruhestandsbeamten, wird dessen nach der Ehescheidung gekürzte Pension wieder ungekürzt ausgezahlt. Allerdings erst ab entsprechender Antragstellung – und zwar auch dann, wenn der Beamte erst nach Jahren vom Tod des früheren Ehegatten erfährt. Das VG Koblenz ergänzt seine Entscheidung um einen simplen Tipp für Geschiedene.

Der Fall:

Die Klägerin war im Jahre 1981 geschieden worden. Im Rahmen des Versorgungsausgleichs hatte das Familiengericht damals Versorgungsanwartschaften der Klägerin in Höhe von 145,30 DM monatlich auf den geschiedenen Ehemann übertragen. Mit Eintritt der Klägerin in den Ruhestand im Jahre 2003 wurden ihre Versorgungsbezüge dementsprechend gekürzt.

Nachdem die Klägerin im August 2012 erfahren und dem beklagten Land mitgeteilt hatte, dass ihr geschiedener Ehemann bereits im Mai 2007 verstorben war, hob das Land die Kürzung ab dem 1. September 2012 auf. Den Antrag der Klägerin, ihr auch die entsprechenden Kürzungsbeträge für die Zeit vom 1. Juni 2007 bis zum 31. August 2012 zu erstatten, lehnte das beklagte Land hingegen ab.

Das Gesetz lasse eine Aussetzung der Kürzung erst ab dem ersten Tag des auf die entsprechende Antragstellung folgenden Monats zu. Hiergegen hatte die Klägerin nach erfolglosem Widerspruchsverfahren Klage erhoben.

Die Entscheidung:

Die Klage blieb vor dem Verwaltungsgericht (VG) Koblenz ohne Erfolg. Denn nach dem klaren Wortlaut des Versorgungsausgleichsgesetzes sei eine Anpassung des Ruhegehalts der ausgleichsverpflichteten Person im Falle des Todes des Ausgleichsberechtigten nur auf Antrag und erst ab dem auf die Antragstellung folgenden Monat möglich.

Dagegen könne die Klägerin nicht mit Erfolg einwenden, erst Jahre später vom Tod ihres geschiedenen Ehemannes erfahren zu haben. Das Versorgungsausgleichsgesetz verpflichte nämlich die Ehegatten sowie ihre Hinterbliebenen und Erben, einander die für den Versorgungsausgleich erforderlichen Auskünfte zu erteilen. Im Falle einer Verletzung dieser Pflichten bestünden insoweit möglicherweise Regressansprüche.

Auch könne sich die Klägerin nicht darauf berufen, dass das beklagte Land ungerechtfertigt um die einbehaltenen Kürzungsbeträge bereichert sei. Sofern – wie hier – keine Härteausgleichsregelung eingreife, gelte der Grundsatz, dass einbehaltene Beträge der Solidargemeinschaft verbleiben.
Gegen die Entscheidung kann die Zulassung der Berufung durch das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz beantragt werden.

Praxistipp:

Die Richter weisen in ihrer Entscheidung darauf hin, dass es ratsam sei, sich auch bei einer Ehescheidung über die persönlichen Verhältnisse des geschiedenen Ehepartners auf dem Laufenden zu halten.

Quelle:

VG Koblenz, Urteil vom 24.01.2014
Aktenzeichen: 5 K 862/13
PM des VG Koblenz 8/2014 vom 27.02.2014

© bund-verlag.de - (jes)

Lesetipp der Online-Redaktion:

»Grundzüge der Beamtenversorgung – Überblick über die Hinterbliebenenversorgung« von Eberhard Baden in »Der Personalrat« Ausgabe 5/2007, S. 194 - 197