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Außerordentliche Kündigung Zwei-Wochen-Frist beginnt mit Ende des Disziplinarverfahrens

[22.05.2014] Wird dem Arbeitnehmer eine Straftat vorgeworfen, kann der Arbeitgeber den Ausgang des Strafverfahrens abwarten, bevor er außerordentlich kündigt. Auch das Ergebnis eines beamtenrechtlichen Disziplinarverfahrens kann der Arbeitgeber abwarten, entschied das BAG im Falle eines Kirchenmusikers, der hauptberuflich als beamteter Lehrer tätig war.

Entfernung aus dem Schuldienst wegen Beziehung mit Schülerin
Der Kläger war beamteter Gymnasiallehrer im bayerischen Schuldienst. Nebenberuflich war er bei der Beklagten, einer Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde, gegen einen Verdienst von etwa 400,00 Euro monatlich als Kirchenmusiker beschäftigt. Im Jahr 2005 wurde er von einer ehemaligen Schülerin angezeigt, zu der er über mehrere Jahre eine sexuelle Beziehung unterhalten hatte, zum Teil auch in der Kirche. Das Ermittlungsverfahren wurde wegen Verjährung eingestellt.

Allerdings wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, um den Beamten aus dem Schuldienst zu entfernen. Das Verwaltungsgericht entsprach dem Antrag im Jahre 2008. In ihrer Ausgabe vom 25.10.2010 berichtete die Süddeutsche Zeitung über die Angelegenheit und die ausstehende Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs. Dieser wies die Berufung des Lehrers gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts am 15.12.2010 zurück. Hierüber berichtete die Fränkische Landeszeitung am 16.12.2010.

Klage gegen Kündigung des Nebenjobs
Nach Anhörung der bei ihr gebildeten Mitarbeitervetreung kündigte die Beklagte das Arbeitsverhältnis mit dem Lehrer außerordentlich mit sofortiger Wirkung. Das Kündigungsschreiben vom 23.12.2010 ging dem Lehrer am 28.12.2010 zu. Er erhob auch gegen diese Kündigung Klage und machte u.a. geltend, die Zwei-Wochen-Frist sei nicht eingehalten worden. Der gesamte für die Kündigung relevante Sachverhalt sei der Gemeinde spätestens seit dem Zeitungsbericht im Oktober 2010 bekannt gewesen.

Außerordentliche Kündigung ist wirksam
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) entschied, die Kündigung vom 23.12.2010 sei wirksam. Ein wichtiger Grund nach § 626 Abs. 1 BGB habe vorgelegen. Der Kläger habe durch die sexuellen Handlungen mit einer Minderjährigen, zum Teil sogar an seinem kirchlichen Arbeitsplatz, in schwerwiegender Weise gegen die Loyalitätspflicht gegenüber seinem kirchlichen Arbeitgeber verstoßen. Eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum Ablauf der Kündigungsfristwar war der Beklagten unter Berücksichtigung aller Umstände nicht zumutbar.

Zwei-Wochen-Frist wurde eingehalten

Auch die Zwei-Wochen-Frist habe die kirchliche Arbeitgeberin nicht versäumt. Die Frist nach § 626 Abs. 2 Satz 1 BGB beginnt erst, sobald der Kündigungsberechtigte eine zuverlässige und möglichst vollständige Kenntnis der einschlägigen Tatsachen hat, die ihm die Entscheidung darüber ermöglicht, ob er das Arbeitsverhältnis fortsetzen will oder nicht.

Der Arbeitgeber könne den endgültigen Ausgang eines Strafverfahrens auch dann abwarten, wenn es ihm auf das Werturteil ankomme, das mit einer Verurteilung des Arbeitnehmers verbunden ist, betont das BAG (BAG, Urteil vom  29. Juli 1993 - 2 AZR 90/93). Dies setze aber voraus, dass er das Ergebnis tatsächlich abwartet und überdies seinen Kündigungsentschluss von ihm abhängig macht.

Kirchengemeinde durfte auf Ausgang des Disziplinarverfahrens warten
Die Beklagte durfte ihren Kündigungsentschluss deshalb vom Ausgang des Disziplinarverfahrens abhängig machen, weil es ihr auf das mit einer Entfernung des Klägers aus dem Schuldienst verbundene Werturteil ankam. Die Beklagte hat geltend gemacht, sie habe sich schwerlich vorstellen können, den Kläger aus ihren Diensten zu entlassen, wenn er als Lehrer im staatlichen Schuldienst weiter hätte unterrichten dürfen.

Aufgrund der Besonderheiten des beamtenrechtlichen Disziplinarverfahrens erscheine dies zumindest im vorliegenden Fall nicht sachwidrig. Nachdem die Entscheidung des BayVGH am Tag ihrer Verkündung rechtskräftig wurde, ist die Kündigung dem Kläger am 28.12.2010 folglich innerhalb der Zwei-Wochen-Frist zugegangen.

Quelle:

BAG, Urteil vom 26.09.2013
Aktenzeichen 2 AZR 741/12

Lesetipp der Online-Redaktion
»Kündigung wegen außerdienstlicher Straftat - BAG, Urteil vom 10.09.2009 - 2 AZR 257/08«, veröffentlicht in »Der Personalrat« 3/2010, S. 125-127.

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