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Arbeitsentgelt Vergütung trotz polizeilichen Einsatzverbots

[21.11.2014]Lohn ohne Arbeit: Untersagt die Polizei dem Arbeitgeber die Beschäftigung eines Mitarbeiters, behält dieser den Anspruch auf seine Vergütung. Das gilt jedenfalls dann, wenn der Arbeitnehmer das behördliche Einsatzverbot nicht zu verantworten hat. So das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg.

Die Arbeitgeberin beschäftigt Sicherheitsmitarbeiter auf einem Flughafen. Diese nehmen als Beliehene der Luftsicherheitsbehörde Sicherungsaufgaben nach dem Luftsicherheitsgesetz wahr. Durch die Rechtsfigur der "Beleihung" werden staatliche Hoheitsrechte auf Privatpersonen übertragen.

Nachdem ein Mitarbeiter von einer Kollegin beschuldigt worden war, gegen Zahlung von Geld die Mitnahme unerlaubter Flüssigkeiten im Flugzeug erlaubt zu haben, wies die Polizeibehörde die Arbeitgeberin an, den Arbeitnehmer vorläufig nicht mehr zu beschäftigen.

Die Arbeitgeberin suspendierte den Mitarbeiter daraufhin und zahlte an ihn auch nach einem Arbeitskraftangebot keine Vergütung. Nachdem sich die gegen den Arbeitnehmer erhobenen Vorwürfe als haltlos erwiesen hatten, hob die Polizeibehörde das Einsatzverbot wieder auf.

Unternehmerisches Risiko streitentscheidend

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Berlin-Brandenburg hat die Arbeitgeberin zur Zahlung einer Annahmeverzugsvergütung verurteilt. Die unternehmerische Tätigkeit der Arbeitgeberin bringe es mit sich, dass die von ihr beschäftigten Sicherheitsmitarbeiter einer behördlichen Aufsicht unterliegen. Es gehöre daher zu ihrem unternehmerischen Risiko, dass die Behörde einen ihrer Mitarbeiter auf seine Zuverlässigkeit hin überprüfen wolle und seinen Einsatz bis zum Abschluss der Überprüfung untersage.

Dies gelte jedenfalls in Fällen, in denen der Arbeitnehmer nichts zu der entstandenen Situation beigetragen habe und sich die behördliche Anordnung auch nicht an ihn richte. Untersage die Behörde hingegen dem Arbeitnehmer selbst eine Tätigkeit, entfielen die Vergütungsansprüche.

Rechtlicher Hintergrund

Der Arbeitgeber bleibt gemäß § 615 Sätze 1 und 3 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) nach einem Arbeitskraftangebot trotz Nichtbeschäftigung des Arbeitnehmers verpflichtet, die vertraglich geschuldete Vergütung zu zahlen.

Das Landesarbeitsgericht hat die Revision an das Bundesarbeitsgericht (BAG) zugelassen.

Quelle:

LAG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 29.10.2014
Aktenzeichen: 17 Sa 285/14
PM des LAG Berlin-Brandenburg vom 12.11.2014

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