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Tarifvertrag Ordnungskräfte sind keine Polizisten

[05.05.2015]Mitarbeiter des Ordnungsamts können keine eine höhere Einstufung nach dem TVÖD verlangen, weil sie zum Teil die gleichen Aufgaben wahrnehmen wie Polizeibeamte. Dies entschied das ArbG Düsseldorf.

Dei Kläger sind Mitarbeiter des kommunalen Ordnungs- und Service-Dienstes (OSD) der Stadt Düsseldorf. Sie wollten vor dem Arbeitsgericht eine höhere Einstufung innerhalb des TVÖD (VKA) durchsetzen.

Die Kläger verwiesen vor Gericht darauf, dass ihnen nahezu dieselben Aufgaben und Rechte übertragen seien wie der Polizei, ihre Vergütung dies aber nicht angemessen widerspiegele.

So dürften sie zum Beispiel Verwarngelder erheben, Menschen anhalten und Personalien feststellen, Wohnungen durchsuchen, Menschen in Gewahrsam nehmen und unmittelbaren Zwang ausüben. Sie verlangten eine Höherstufung von der Entgeltgruppe 8 in die Entgeltgruppe 9 des TVöD-VKA.

Nur Voraussetzungen der Entgeltgruppe 8 TVöD erfüllt

Die Klagen hatten jedoch vor dem ArbG Düsseldorf keinen Erfolg. Nach Einschätzung der Kammer würden für die Tätigkeit der OSD-Mitarbeiter keine »gründlichen und umfassenden Fachkenntnisse« benötigt, wie dies die geltend gemachte Entgeltgruppe 9 des TVöD voraussetzt.

Die Mitarbeiter des OSD müssten zwar eine Vielzahl von Rechtsvorschriften kennen und anwenden sowie psychologisches Geschick mitbringen. Diese Anforderungen würden aber bereits von dem Merkmal der »gründlichen und vielseitigen Fachkenntnisse« im Sinne der Entgeltgruppe 8 umfasst.

Bewährungsaufstieg nur für BAT-Altfälle

Die Kläger konnten sich auch nicht erfolgreich auf einen sogenannten Bewährungsaufstieg berufen. Einen solchen Bewährungsaufstieg, durch den eine höhere Entgeltgruppe nicht durch eine Veränderung der Tätigkeit, sondern nach Absolvierung einer bestimmten Bewährungszeit erreicht wird, sah früher der Bundes-Angestelltentarifvertrag (BAT) vor, die Vorgängerregelung des TVöD.

Im Geltungsbereich des für die Kommunen geltenden TVöD-VKA ist ein Bewährungsaufstieg derzeit nur noch dann möglich, wenn der Mitarbeiter bereits unter Geltung des BAT eingestellt und in den TVöD übergeleitet wurde. Als die Kläger eingestellt wurden, galt jedoch schon der TVöD.

Anspruch auf Gefährdungszulage nicht belegt

Schließlich können die Kläger auch nicht die hilfsweise geltend gemachte Gefährdungszulage beanspruchen. Insoweit ließ ihr Vorbringen, so die Kammer, bereits nicht hinreichend klar erkennen, für welche konkreten Tätigkeiten sie welche Zulage forderten.


Quelle
ArbG Düsseldorf, Urteile vom 16.03.3015 -
Aktenzeichen 15 Ca 8/15 und 15 Ca 9/15
Pressemitteilung vom 16.03.2015

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