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Arbeitsentgelt Kein Mehrarbeitslohn für Feuerwehrmann

[25.08.2015]Ein Feuerwehrbeamter, der die Stadt Düsseldorf auf Zahlung von ca. 8.500 Euro für Mehrarbeit verklagt hat, geht leer aus. Das Verwaltungsgericht (VG) befand, es sei treuwidrig, dass der Kläger die vereinbarte Mehrarbeit über Jahre geleistet und sein Einverständnis erst 2013 rückwirkend widerrufen habe.

Hintergrund: Opt-Out-Klausel zur Arbeitszeitverordnung

Viele Feuerwehrleute im Land Nordrhein-Westfalen verrichten ihren Dienst ausgehend von einer wöchentlichen Arbeitszeit von 54 Stunden in 24-Stunden-Schichten. Die rechtliche Grundlage hierfür bildet die Anfang 2007 erlassene »Arbeitszeitverordnung Feuerwehr« des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Verordnung nutzt eine in einer Richtlinie der Europäischen Union eingeräumte Möglichkeit: Die Arbeitszeit kann von der grundsätzlichen Höchstarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche abweichen, wenn der Bedienstete sein Einverständnis erklärt (sog. Opt-Out-Erklärung).

Aufgrund einer seit Juli 2007 geltenden Regelung können die Dienstherren an Feuerwehrleute für die Arbeit in 24-Stunden-Schichten bis zu 20,00 Euro Zulage zahlen. Ende 2006 erklärten sich alle bei der Stadt Düsseldorf tätigen Feuerwehrleute zur Ableistung einer 54-Stunden-Woche bereit. Sie erhalten pro Schicht eine Zulage von 20,00 Euro.

Brandschützer will Mehrarbeitsvergütung statt Zulage

Der Kläger des vorliegenden Verfahrens und einige Kollegen haben Mitte des Jahres 2013 ihr Einverständnis widerrufen. Die Feuerwehrleute machen unter anderem geltend, die EU-Richtlinie sei nicht ordnungsgemäß in nationales Recht umgesetzt worden.Sie verlangen für einen noch nicht verjährten Zeitraum Schadenersatz für die Stunden, die sie über die 48-Stunden-Grenze hinaus geleistet haben. Basis hierfür sind die Sätze der Mehrarbeitsvergütungsverordnung. Dabei geht es um Beträge im deutlich vierstelligen Bereich.

VG hält Forderung für treuwidrig

Das Verwaltungsgericht (VG) Düsseldorf ist dieser Forderung nicht gefolgt und hat die Klage abgewiesen. Zur Begründung hat das Gericht im Wesentlichen ausgeführt:

Der Kläger verhalte sich gegenüber seinem Dienstherrn treuwidrig, wenn er mehr als sechs Jahre aufgrund seiner eigenen Einverständniserklärung Dienst im Rahmen einer 54-Stunden-Woche leiste, obwohl er seine Zustimmung jeweils zum Jahresende hätte widerrufen können.

Auf die Frage einer ordnungsgemäßen Umsetzung der EU-Richtlinie kam es danach nicht mehr tragend an. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle:

VG Düsseldorf, Urteil vom 21.08.2015
Aktenzeichen: 26 K 9607/13
VG Düsseldorf, Pressemitteilung vom 21.08.2015

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