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Arbeitszeit Dienstfreier Rosenmontag dank Personalrat

[10.02.2016]Das macht Hoffnung für den nächsten Karneval: Der Dienststellenleiter kann eine auf langjähriger Übung beruhende Dienstfrei-Regelung am Rosenmontag nicht ohne den Personalrat ändern. Sogar unterschiedliche Regelungen für die Beschäftigten in Bonn und Berlin seien wegen des Stellenwerts des Karnevals vor Ort zulässig, meldet das VG Berlin.

Bonner Sekretariat der KMK hat traditionell »rosenmontagsfrei«

Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz – KMK) ist ein Zusammenschluss der für Bildung, Erziehung und Forschung sowie kulturelle Angelegenheiten zuständigen Minister bzw. Senatoren der Länder. Sie wird unterstützt vom Sekretariat der KMK. Die Beschäftigten des Sekretariats der KMK gelten kraft Gesetz als Bedienstete des Landes Berlin. Mindestens seit 2002 gewährte der Dienststellenleiter des Sekretariats in Bonn alljährlich am Rosenmontag ganztägig Dienstbefreiung.

Berliner KMK will auch am Rosenmontag arbeiten

Diese Praxis wurde für das Jahr 2015 ohne Beteiligung des (in Berlin ansässigen) Personalrats erstmalig geändert und der Rosenmontag sollte nunmehr regulärer Arbeitstag sein; zugleich sollte von der Möglichkeit des Freizeitausgleichs Gebrauch gemacht werden können. Die Neuregelung gilt auch für 2016. Der Personalrat des KMK-Sekretariats beantragte beim Verwaltungsgericht (VG) Berlin, eine Verletzung seiner Mitbestimmungsrechte festzustellen. Die Karnevalsfreunde im KMK-Sekretariat hatten Erfolg.

Mitbestimmungspflichtige Änderung der Urlaubsplanung

Das VG Berlin wertete die Änderung der Praxis als mitbestimmungspflichtige Maßnahme, weil sie die Aufstellung der Urlaubspläne berühre. Einer Urlaubsgewährung bedürfe es nämlich nur, wenn überhaupt Dienst zu leisten sei; bei einer allgemeinen Dienstbefreiung sei dies nicht der Fall. In der Bonner Außenstelle habe es aber solche langjährige Übung zum Karneval gegeben.

Ungleichbehandlung von Bonnern und Berlinern sachlich gerechtfertigt

Der Gleichbehandlungsgrundsatz nehme dieser Übung nicht ihre Wirksamkeit. Zwar würden die Beschäftigten der Dienststelle in Berlin unterschiedlich behandelt, doch sei dies sachlich gerechtfertigt. Der Karneval in Bonn und Berlin habe eine unterschiedlichen Bedeutung:
Während er in Bonn viele Bewohner mit Freude erfasse, werde er in Berlin weit überwiegend als rheinische Besonderheit wahrgenommen und von einigen sogar mit Unverständnis betrachtet.
Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, da gegen den Beschluss Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt wurde.

Quelle:
VG Berlin, Beschluss vom 21.01.2016
Aktenzeichen VG 62 K 19.15 PVL
VG Berlin, Pressemitteilung Nr. 7/2016 vom 09.02.2016

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