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Dienstunfall Fußschiene senkt Grad der Erwerbsminderung

[04.03.2016]Sofern die Folgen eines Dienstunfalls durch orthopädische Hilfsmittel kompensiert werden, reduziert das die Geldleistungen der Unfallfürsorge – oder lässt sie sogar ganz entfallen. Das geht aus einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts hervor. Im konkreten Fall minderte der Einsatz einer Fußschiene die unfallbedingten Beeinträchtigungen.

Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat entschieden, dass bei der Bestimmung des Grades der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) bei einem Beamten im Rahmen der Unfallfürsorge auch zu berücksichtigen ist, inwieweit der Einsatz eines orthopädischen Hilfsmittels die Dienstunfallfolgen kompensiert.

Was war passiert? Ein Beamter erlitt im Jahr 2002 beim Dienstsport einen Unfall, der zu einer sogenannten Fußheberlähmung und einem weitgehenden Verlust des Fußhebermuskels führte. Der Grad der MdE wurde nach ärztlicher Begutachtung auf vorerst 30 vom Hundert (v. H.) festgesetzt.

Auf dieser Grundlage erhielt der Kläger Unfallfürsorgeleistungen, zunächst Unfallausgleich und nach seiner Entlassung aus dem Beamtenverhältnis Unterhaltsbeitrag. Nachdem die für die Fürsorgeleistungen zuständige Behörde einige Jahre später Kenntnis davon erlangte, dass der Mann an einem Fußballspiel teilgenommen hatte, veranlasste sie eine erneute ärztliche Untersuchung.

Kompensation durch spezielle Fußschiene

Die Untersuchung ergab, dass der Grad der MdE noch immer mit 30 v. H. zu bewerten sei, bei Berücksichtigung der verwendeten Peroneus-Schiene (ein orthopädisches Hilfsmittel, das das »Herabfallen« des Fußes verhindert) jedoch nur mit 15 v. H. Die Behörde stellte daraufhin fest, dass keine erwerbsmindernden Unfallfolgen mehr vorlägen. Das Verwaltungsgericht entschied dann zu Ungunsten des verunfallten Beamten, das Oberverwaltungsgericht zu seinen Gunsten (MdE 30 v. H.).

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts aufgehoben und die Berufung zurückgewiesen.

Zumutbarer Einsatz orthopädischer Hilfsmittel mindert Unfallfolgen

Denn bei der Feststellung des Grades der MdE ist der Einsatz orthopädischer Hilfsmittel zu berücksichtigen, soweit dieser zumutbar ist und die Unfallfolgen tatsächlich mindert. Nach den Vorschriften über den Unfallausgleich und den hier relevanten Unterhaltsbeitrag ist der Grad der MdE zu ermitteln, um das Maß der Unfallfürsorgeleistungen zu bestimmen.

Der Unterhaltsbeitrag stellt eine Entschädigung dafür dar, dass der frühere Beamte infolge des Dienstunfalls nur noch eingeschränkt in der Lage ist, sich im allgemeinen Arbeitsleben einen Erwerb zu verschaffen. Daraus folgt, dass der zumutbare Einsatz orthopädischer Hilfsmittel den Grad der MdE absenkt, soweit er diese Fähigkeit wieder steigert.

Quelle:

BVerwG, Urteil vom 25.2.2016
Aktenzeichen: 2 C 14.14
PM des BVerwG Nr. 10/2016 vom 25.2.2016

© bund-verlag.de - (jes)

Lesetipp der Online-Redaktion:

»Die Beteiligung des Personalrats an versorgungsrechtlichen Ermessensentscheidungen« von Andreas Reich in »Der Personalrat« Ausgabe 11/2013, S. 444–450