Jurymitglied Frank Braun (Mitte) bei der Verleihung des Sonderpreises der HUK-COBURG
Jurymitglied Frank Braun (Mitte) bei der Verleihung des Sonderpreises der HUK-COBURG

Sonderpreis der HUK-Coburg:

JAV des Universitätsklinikums Essen

Projekt: Gute Ausbildung? Nur mit dir!

Die Jugend- und Auszubildendenvertretung entwickelt einen Fragebogen, dessen Ergebnis die Ausbildung im Krankenhaus beeinflusst

Motiv
Das Uniklinikum Essen ist das größte, an einem Standort zentrierte Universitätsklinikum des Ruhrgebiets („Klinikum der Metropole Ruhr“). Als Teil des Leitbilds gilt, unter den Mitarbeitern eine Zusammenarbeit zu schaffen, die von „gegenseitiger Achtung und Anerkennung, von Hilfe und Motivation geprägt ist“. Die Gesundheit der Mitarbeiter ist zu fördern und die „persönliche Weiterbildung der Mitarbeiter durch qualifizierte Aus-, Fort- und Weiterbildung“ zu unterstützen. Die JAV suchte nach Wegen, die Stärken der 42 Stationen hervorzuheben und Schwächen in der Ausbildung zu verbessern.

Vorgehen
Die JAV entwickelte die Idee, dass die Auszubildenden nach einem Jahr Beschäftigung einen Fragebogen ausfüllen sollen, um u.a. zu bewerten, ob die auszuführenden Tätigkeiten dem Ausbildungsstand entsprachen und ob der Azubi sich auf den Dienstplan verlassen konnte. Hierfür begann die JAV 2012 mit der Pflegedirektion Gespräche und erstellte zusammen mit dieser einen Fragebogen mit 10 Fragen, auf denen die Azubis auf einer Skala von 1 bis 6 – entsprechend Schulnoten – diese beantworten sollten. Auszubildende, die einen Einsatz auf einer Normalpflegestation hatten, erhalten nun nach dem Stationseinsatz den Fragebogen, den sie freiwillig auch zu Hause ausfüllen können. Das Ausfüllen erfolgt anonym, es werden keinerlei persönliche Daten wie Namen oder Geburtsdatum abgefragt. Der Fragebogen wird dann in einen eigens dafür installierten Briefkasten geworfen. Die Befragung dauert genau 1 Jahr: Sie beginnt ab dem Monat, in dem der Fragebogen verteilt wird. Nach der Auswertung werden die 5 besten Stationen als beste Ausbildungsstation gekürt und erhalten einen Präsentkorb und ein Zertifikat, die durch die JAV und die Pflegedirektion überreicht werden. Die 10 Stationen mit den schlechtesten Bewertungen werden durch gezielte Gespräche auf Defizite hingewiesen.

Ergebnis
Seit der Einführung und Bekanntgabe des Fragebogens ist ein interner Wettstreit unter den Stationen entstanden. Jede Station bemüht sich sichtbar um die Auszubildenden. Examierte Pflegekräfte fragen Auszubildende vermehrt danach, wie sie sich fühlen und was verbessert werden könnte. Die Kinderklinik z.B. entwickelte ein Konzept, wie Auszubildende am besten eingearbeitet werden können. Den Stationen bzw. der Dienststelle wurde durch dieses Fragebogen-Konzept bewusst, wie wichtig die JAV ist und welchen Einfluss sie hat. Da die JAV nachweisen kann, wie die Ausbildung auf anderen Stationen umgesetzt wird (sog. Stationshooping) ist eine Argumentationsgrundlage entstanden, mit der gegen Umsetzungen vorgegangen werden kann.


 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Michael Kröll »Für mich ist der Deutsche Personalräte-Preis bedeutsam, weil Personalräte die Möglichkeit haben, ihre vielen, unterschiedlichen Projekte vorzustellen und damit wiederum Ansporn für andere Personalräte sind.«

Michael Kröll, Verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift »Der Personalrat«