Aktuelle Meldungen

RSS

Claudia Meyer, Geschäftsführerin des DGB-Bildungswerks, Bund im Interview Seismograf für die Stimmung

[20.06.2017]Das DGB Bildungswerk BUND richtet zum ersten Mal das Schöneberger Forum aus. Geschäftsführerin Claudia Meyer spricht im Interview mit der Redaktion von "Der Personalrat" über Herausforderungen und Chancen des öffentlichen Dienstes und über die Nähe zu Interessenvertretern.

Claudia Meyer, DGB-Bildungswerk
Claudia Meyer, DGB-Bildungswerk

Was versprechen Sie sich, was verspricht sich das DGB Bildungswerk BUND von der Kooperation und welche Themen stehen im Fokus?

Das DGB Bildungswerk ist die bundesweite Organisation des DGB für die allgemeine, politische und gewerkschaftliche Wissensvermittlung und Weiterbildung. Eine Aufgabe ist es, speziell Interessenvertretungen Kenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln und sie für die Arbeit in den Gremien zu stärken. In diesem Zusammenhang veranstaltet das DGB Bildungswerk seit Jahren erfolgreich Fachkongresse, Foren und Fachtagungen zu aktuellen Themen, die sich in erster Linie

 

an Betriebsräte wenden. Mit dem Schöneberger Forum kommt nun eine Veranstaltung hinzu, die sich speziell an Interessenvertretungen aus dem öffentlichen Sektor wendet. Auf dem Schöneberger Forum stehen aktuelle Themen und Gestaltungsherausforderungen im Fokus. Wichtige Themen sind unter anderem der Generationswechsel in den Dienststellen, die Überwindung veralteter Aus- und Fortbildungskonzepte und die Folgen der Digitalisierung. Personalräte setzen sich täglich mit viel Engagement für ihre Beschäftigten ein. Diese Arbeit wird häufig hinter den Kulissen geleistet. Nur selten wird der Einsatz entsprechend gewürdigt. Als Wertschätzung wird auf dem Schöneberger Forum der Deutsche Personalräte- Preis 2017 verliehen. Alle Teilnehmer zeigen mit Beispielen aus der Praxis, wie gute gestaltende Personalratsarbeit aussieht. Ich persönlich verspreche mir vom Schöneberger Forum einen gegenseitigen Lernprozess und einen Wissenstransfer, denn solche Veranstaltungen sind immer auch ein Seismograf für die Stimmung und aktuellen Problemlagen in den Verwaltungen.

Was sind die aktuellen und künftigen Herausforderungen des öffentlichen Dienstes?

Altersgerechtes Arbeiten gehört definitiv dazu. Der demografische Wandel hinterlässt auch im öffentlichen Dienst seine Spuren. Rund ein Viertel der Belegschaften ist 55 Jahre und älter – und wird in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Daher ist es enorm wichtig, das Wissen dieser Kolleginnen und Kollegen nicht zu verlieren. Wissensmanagement spielt auch mit Blick auf die Bewältigung neuer Arbeitsprozesse und Digitalisierung (Stichwort Arbeit 4.0), eine zentrale Rolle. Hier können und müssen Interessenvertretungen aktiv mitgestalten. Ein weiterer wichtiger Themenkomplex ist die Erhaltung der psychischen Gesundheit. Stress ist ein großes Problem, mehr als drei Viertel der Beschäftigten fühlen sich durch die gleichzeitige Erledigung mehrerer Aufgaben sehr häufig oder oft gestresst. Solche Probleme sind natürlich auch die Konsequenzen massiven Personalabbaus.

Was müssen sich Personalrätinnen und Personalräte auf die Tagesordnung schreiben?

Die Auswirkungen der Arbeit 4.0 auf die Arbeitswelt beispielsweise sind keineswegs technologisch vorbestimmt, sondern gestaltbar. Personalräte können und müssen handeln, damit Bildung und Qualifizierung alle Beschäftigten auf allen Qualifikationsebenen erreicht. Gleichzeitig müssen sich aber auch Personalräte ständig selbst qualifizieren, um die Veränderungen zu Gunsten der Beschäftigten zu gestalten. Sie müssen die Rechte aus den Personalvertretungsgesetzen aktiv nutzen, um auch künftig die Beschäftigten vor den kommenden Herausforderungen zu schützen.

Das Schöneberger Forum findet am 28. und 29.11.2017 in Berlin statt. In diesem Rahmen erfolgt die Verleihung des Deutschen Personalräte-Preises 2017 am 28. November.

Anmeldung unter DGB-Bildungswerk.de


Vollständiger Artikel aus "Der Personalrat" 6/2017, S. 6.

 
 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Elke Hannack »Die betriebliche Mitbestimmung gehört wesentlich zu unserer Arbeitsgesellschaft. Gerade in schwierigen Zeiten sind Personalräte nicht wegzudenken. Ihre Arbeit ist für Motivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten unverzichtbar.«

Elke Hannack, Stellvertretende Vorsitzende des DGB, verantwortlich für die Bereiche Bildung und Forschung, Jugend, Frauen und den öffentlichen Dienst