Personalrat des Rehazentrums Eilsen DRV Braunschweig-Hannover

Erhalt des klinikeigenen Schreibdienstes

Kurzbeschreibung
Erhalt des klinikeigenen Schreibdienstes durch flache Hierarchie und Verbesserung der Stärkung der eigenen Ressourcen

Motiv
Seit Jahren steht der klinikeigene Schreibdienst mit insgesamt 8 Mitarbeiterinnen (6,5VBE) wegen Kostendruck im öffentlichen Dienst auf dem Prüfstand. Es wurde ein Fremdschreibdienst beauftragt, ein Arbeitskontingent mit geplanter Basismenge und flexibler Erhöhung des Umfanges bei Bedarf zu übernehmen. Der Leistungsdruck auf den Beschäftigten im Schreibdienst wurde als sehr belastend und kontrollierend empfunden. Nachdem die Schreibdienstleitung ihre Tätigkeit niederlegte, stand die eine externe Neubesetzung der Leitungsstelle oder die weitere Vergabe von Schreibarbeiten zur Diskussion. Die Beschäftigten fürchteten um ihren Arbeitsplatz und ihre Gesundheit und wandten sich an den Personalrat.

Vorgehen
Der Personalrat nahm sich der Problematik an. Zunächst wurde eine Teilpersonalversammlung zur Darstellung der aktuellen Situation und möglicher Perspektiven durchgeführt. Es wurde beschlossen, der Klinikleitung einen Vorschlag zur Arbeitsorganisation zu unterbreiten. Diese war damit einverstanden. Es bestand Bereitschaft den ärztlichen Schreibdienst auch ohne Schreibdienstleitung in der vorgeschlagenen Form zunächst als Versuch bis Anfang 13 weiterzuführen.

Ergebnis
Die betroffenen Beschäftigten und die die Klinikleitung waren mit dem erzielten Ergebnis zufrieden. Regelmäßige Besprechungen finden zum Austausch monatlich statt, auch eine Teamleitung wird als nicht zwingend notwendig betrachtet. Vereinbart wurde weiterhin eine konkrete Zuordnung der Schreibkräfte zu „ihrem Haus“ um die Verzahnung interdisziplinär (mit Ärzten und dem Pflegepersonal) zu verbessern und „kurze Wege“ zu bahnen. Dies ist ein deutlicher Wettbewerbsvorteil hinsichtlich des externen Schreibdienstes und kann die vorhandenen Arbeitsplätze sichern. Schreibdienstferne Tätigkeiten wurden klinikintern anders organisiert.
Durch den positiven Wandel der hierarchischen Struktur war es zu einer vermehrten Identifikation der Beschäftigten mit „ihrem Schreibdienst“ gekommen.


 

Eine Initiative der Zeitschrift

AIB

Aus der Jury

Elke Hannack »Die betriebliche Mitbestimmung gehört wesentlich zu unserer Arbeitsgesellschaft. Gerade in schwierigen Zeiten sind Personalräte nicht wegzudenken. Ihre Arbeit ist für Motivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten unverzichtbar.«

Elke Hannack, Stellvertretende Vorsitzende des DGB, verantwortlich für die Bereiche Bildung und Forschung, Jugend, Frauen und den öffentlichen Dienst