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Amtspflicht Krankenkasse haftet für falsche Leistungszusagen

[02.01.2013]Wenn ein Mitarbeiter einer gesetzlichen Krankenkasse einem Kunden falsche Versprechungen macht, muss die Versicherung dafür einstehen. Denn grundsätzlich darf der Bürger von der Rechtmäßigkeit der Verwaltung ausgehen, meinte das Oberlandesgericht Karlsruhe in seiner Entscheidung.

Der Fall:
Geklagt hatte eine krebskranke Frau, die sich auch mit Naturkundeheilmitteln behandeln ließ. Ein Mitarbeiter der beklagten Krankenkasse hatte ihr zugesagt, dass sie die Kosten dafür geltend machen könne. Anfangs hatte der Angestellte die Rechnungen der Kundin aus seiner eigenen Tasche bezahlt. Als er das nicht mehr konnte, vertröstete er die Frau, bis diese schließlich vor Gericht zog. Die Kasse weigerte sich, die Kosten zu übernehmen, da die Behandlungen weder medizinisch erforderlich noch erstattungsfähig seien. Zudem sei die Zusage des Mitarbeiters derart lebensfremd gewesen, dass die Kundin ihm nicht hätte vertrauen dürfen.

Die Entscheidung:
Diese Argumentation wies das Oberlandesgericht in Karlsruhe zurück.

Die Versicherung muss für diese falsche Auskunft die Amtspflicht übernehmen. Denn sie hat dafür zu sorgen, dass sich ihre Mitarbeiter gesetzeskonform verhalten. Die Regelungen im Gesundheitssystem sind außerdem so komplex, dass die Kunden nicht alle Details kennen können. Wenn sie, wie die Klägerin, auf Nachfrage eine Kostenzusage erhalten, gibt es keinen Grund, die Verlässlichkeit infrage zu stellen. Die Kasse muss der Frau nun 2500 Euro erstatten.

Quelle:
OLG Karsruhe, Urteil vom 18.12.2012
Aktenzeichen: 12 U 105/12

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