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Berufsspezifisches Risiko Angriff auf Arbeitsplatz macht dies nicht automatisch zu Arbeitsunfall

[17.04.2013]Der Angriff auf einen Wachmann, der verübt wurde, um es diesem aufgrund eines früheren privaten Vorfall "heimzuzahlen", ist kein Arbeitsunfall. Denn der Betroffene hätte auch bei einer privaten Begegnung angegriffen werden können.

Der Fall:
Der Kläger war Wachmann beschäftigte. Bei einem Streifengang auf einem Firmengelände wurde er von einer alkoholisierten Frau angegriffen. Diese befand sich auf dem Nachhauseweg von einer nahe gelegenen Diskothek. Der Wachmann erlitt aufgrund eines Faustschlag eine Unterkieferprellung. Das Amtgericht verurteilte die Frau wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe. Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) lehnte die Anerkennung des Ereignisses als Arbeitsunfall ab: beide Personen hätten sich gekannt; zum Angriff sei es nur aufgrund persönlicher Feindschaft gekommen.

Mit seiner hiergegen gerichteten Klage machte der Mann geltend, sich den Angriff auf ihn nicht erklären zu können. Er kenne die Frau gar nicht und bestreite deren Aussage, vor zehn Jahren vergeblich versucht zu haben, sie gewaltsam in sein Auto zu ziehen.

Die Entscheidung:
Das SG Heilbronn hat die Klage abgewiesen.

Nach Auffassung des Sozialgerichts ist es unerheblich, ob es seinerzeit tatsächlich zu dem von der Frau eindrücklich geschilderten Ereignis gekommen sei. Vielmehr ist entscheidend, dass sie dies gedacht und auf den Mann losgegangen sei, um es ihm "heimzuzahlen". Sie hätte ihn demnach genauso gut bei einer privaten Begegnung (außerhalb seiner Arbeit) angreifen können. Ein berufsspezifisches Risiko habe sich gerade nicht verwirklicht.

Quelle:
SG Heilbronn, Urteil vom 18.02.2013,
Aktenzeichen: S 5 U 1914/12

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