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Krankenversicherung Kein Anspruch auf Laserbehandlung gegen übermäßigen Haarwuchs

[03.06.2013]Eine gesetzlich Krankenversicherte, die auch im Gesicht unter übermäßigem Haarwuchs leidet, hat gegen die Krankenkasse keinen Anspruch auf Übernahme der Kostern einer Laserepilationsbehandlung. Die Erkrankung der Klägerin könne´auch mit einer Nadelepilation behandelt werden, entschied das LSG Bremen.

Der Fall

Die Klägerin leidet an einem übermäßigen Haarwuchs (Hirsutismus) insbesondere im Gesicht. Sie begehrte von Ihrer Krankenkasse die Kostenübernahme für eine dauerhafte Haarentfernung durch eine Laserbehandlung. Sie trug vor, dass die bisher durchgeführten Krankenbehandlungen nicht zu einer dauerhaften Reduzierung des Haarwuchses geführt hätten. Lediglich die Laserbehandlung wirke dauerhaft.

Die Nadelepilation sei wegen der Schmerzhaftigkeit der Behandlung nicht zumutbar. Die Laserbehandlung sei die einzig sinnvolle Behandlungsmethode. Die beklage Krankenkasse war der Auffassung, dass die Überlegenheit der Laserbehandlung bislang nicht belegt sei. Die
Langzeitnebenwirkungen seien völlig ungeklärt. Der Versicherten könne nur eine Behandlung durch Nadelepilation bewilligt werden.

Die Entscheidung

Das Landessozialgericht (LSG) Niedersachsen-Bremen hat einen Anspruch der Klägerin auf die Laserbehandlung verneint. Die Klägerin sei durch die Erkrankung zwar nicht in ihren Körperfunktionen beeinträchtigt. Sie habe aber wegen der entstellenden Wirkung des Haarwuchses einen Anspruch auf Behandlung zu Lasten der Krankenkasse.

Die Laserbehandlung sei allerdings eine »neue Methode« im Sinne des Krankenversicherungsrechtes. Der Gemeinsame Bundesausschuss habe noch keine positive
Empfehlung über den diagnostischen und therapeutischen Nutzen der Methode abgegeben. Damit stehe noch nicht fest, ob die begehrte Behandlung dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entspreche.

Das LSG hat weiter ausgeführt, dass im vorliegenden Fall mit der Nadelepilation eine wirksame
Behandlungsmethode zur Verfügung stehe. Diese Behandlungsmethode werde auch nicht
grundsätzlich dadurch ausgeschlossen, dass es sich um ein langwieriges Verfahren mit hohem
Zeitaufwand handele und möglicherweise auch mit zeitweiligen Schmerzen verbunden sein könne. Den Schmerzen könne durch eine lokale Betäubung vorgebeugt werden. Im Übrigen sei auch die Behandlung mittels Laserepilation nicht völlig schmerzfrei.

Quelle

Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen: Urteil vom 17.10.2012
Aktenzeichen L 1 KR 443/11
LSG Bremen, Pressemitteilung 3/13 vom 16.5.2013

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