Suchbegriff

erweiterte Suche
Zeitschriftenarchiv

/zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2017/4/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2017/3/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2017/2/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2017/1/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2016/1/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2016/2/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2016/3/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2016/4/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2016/5/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2016/6/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2016/7/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2016/8/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2016/9/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2016/10/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2016/12/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2015/12/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2015/11/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2015/10/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2015/8/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2015/7/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2015/1/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2015/2/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2015/3/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2015/4/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2015/5/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2015/6/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2014/2/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2014/3/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2014/4/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2014/5/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2014/6/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2014/7/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2014/8/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2014/10/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2014/11/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2014/12/ /zeitschriften/soziale-sicherheit/ausgabe/2014/1/
 

Aktuelle Meldungen

RSS

Arbeitsunfall Sturz über eigenen Hund ist gesetzlich unfallversichert

[26.06.2013]Stolpert ein Arbeitnehmer auf dem Weg zur Arbeit, während er sich von seinem Hund verabschiedet, und verletzt sich dabei das Knie, liegt ein Arbeitsunfall vor. Dadurch wird der Arbeitsweg nur unerheblich unterbrochen, entschied das LSG Sachsen-Anhalt.

Der Fall:

Der Kläger ist Versicherungsvertreter. Er verließ am 2. Juni 2010 morgens sein Haus, um mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Er pfiff nach seinem Schäferhund, der angerannt kam und ihn auf dem öffentlichen Weg vor seinem Hausgrundstück versehentlich umstieß. Er verspürte anschließend Schmerzen im rechten Knie und im linken Fuß.

Der behandelnde Arzt stellte freie Gelenkkörper im rechten Kniegelenk (Knorpelabriss) und eine Kontusion (Prellung) im oberen linken Sprunggelenk fest. Der Kläger war bis 30.06.2010 arbeitsunfähig krankgeschrieben.

Mit Bescheid vom 3.8.2010 lehnte die zuständige Berufsgenosssenschaft die Gewährung von Entschädigungsleistungen ab. Das Verabschieden vom Hund gehöre nicht zu dem versicherten Arbeitsweg. Wesentliche Ursache für den Sturz sei das Rufen des Hundes gewesen.

Der Kläger habe in diesem Moment nicht beabsichtigt, den Weg fortzusetzen, sondern sich von seinem Hund zu verabschieden, und damit den Arbeitsweg unterbrochen. Die Gefahr, die sich realisiert habe, habe sich aus dem privaten Bereich des Klägers und nicht aus dem Arbeitsweg ergeben.

Das SG Magdeburg wies die Klage des Versicherten auf Feststellung eines Arbeitsunfalls ab und erlegte dem Kläger so genannte »Mutwillenskosten« in Höhe von 250,00 EUR auf. Es »stehe für jeden Einsichtigen außer Frage«, dass kein betrieblicher Zusammenhang zwischen der Begegnung mit dem Hund und der Arbeit des Klägers bestanden habe.


Die Entscheidung

Das sah das LSG Sachsen-Anhalt anders und gab der Berufung des Klägers statt. Nach Auffassung der Richter ereignete sich der Unfall des Klägers auf dem unmittelbaren Weg zur Arbeit.

Der Kläger war als Beschäftigter nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII gesetzlich unfallversichert. Vom Schutz der Versicherung erfasst ist nach § 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII auch das Zurücklegen des mit der versicherten Tätigkeit »zusammenhängenden unmittelbaren Weges nach und von dem Ort der Tätigkeit«, also der Weg zum Arbeitsplatz und zurück.

Der Kläger war auf dem Weg zur Arbeit, was auch zwischen den Beteiligten unstreitig ist. Der Kläger hat diesen Weg auch nicht mit dem Rufen und dem (beabsichtigten) Verabschieden des Hundes beendet; vielmehr liegt nur eine unerhebliche, weil nur geringfügige Unterbrechung des Weges vor.

Eine solche liegt nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) dann vor, wenn die Verrichtung, für die der Arbeitsweg unterbrochen wird, bei natürlicher Betrachtungsweise zeitlich und räumlich noch als Teil des Weges anzusehen ist, beispielsweise wenn der Versicherte auf dem Weg am Kiosk eine Zeitung kauft (BSG 28.2.1964, 2 RU 185/61).

Quelle:
LAG Sachsen-Anhalt, Urteil vom 16.5.2013
Aktenzeichen L 6 U 12/12
LSG Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung Nr.: 007/2013 vom 25.06.2013
Volltext unter sozialgerichtsbarkeit.de

© bund-verlag.de (ck)