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Gesetzliche Unfallversicherung Pflege eines Elternteils durch Landwirt ist nicht erwerbsmäßig

[05.07.2013]Übernimmt ein Landwirt die Landwirtschaft seiner Eltern, und verpflichtet sich diesen gegenüber zu »Wart und Pflege« bei Krankheit und Gebrechlichkeit im Alter, liegt darin keine erwerbsmäßige Pflegetätigkeit. Der Schutz der Unfallversicherung endet dadurch nicht, entschied das Bayerische Landessozialgericht.

Der Fall

Der 1955 geborene Kläger hatte 1978 die Landwirtschaft seiner Eltern übernommen u.a. gegen »Wart und Pflege1 bei Krankheit, Gebrechlichkeit und im Alter. Im Frühjahr 2010 setzte der Kläger seinen mittlerweile 96-jährigen pflegebedürftigen Vater in einen Toilettenstuhl um. Dabei verdrehte sich das Knie des Klägers, eine langwierige Heilungs- und Behandlungsgeschichte waren die Folge.

Dazu versagte die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft den Unfallversicherungsschutz. Dieser besteht nur für Pflegepersonen, die nicht erwerbsmäßig tätig sind. Der Kläger aber habe seinen Vater wegen der Gegenleistung der Hofübergabe gepflegt. Der Kläger sei damit als erwerbsmäßige Pflegeperson anzusehen.

Die Entscheidung

Das Bayerische Landessozialgericht hat die erstinstanzliche Entscheidung bestätigt und festgestellt, dass sich der Kläger das Knie nicht bei einer erwerbsmäßigen Pflegetätigkeit verletzt hatte. »Wart und Pflege« bei Krankheit, Gebrechlichkeit und im Alter zählten zu den ohnehin bestehenden sittlichen Pflichten in einer Familie. Sie könnten daher auch bei einer Hofübergabe nicht dazu führen, dass aus einer familiären Pflege eine erwerbmäßige Pflegetätigkeit wird. Der Kläger habe daher unter dem Schutz der Gesetzlichen Unfallversicherung gestanden.

Auswirkungen der Entscheidung
Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache hat das Bayer. Landessozialgericht die Revision zum Bundessozialgericht zugelassen. Damit ist die Gelegenheit eröffnet, die weitverbreitete Hofübergabe gegen „Wart und Pflege“ bundeseinheitlich in Bezug auf die Pflege als erwerbsmäßige oder eben nicht erwerbsmäßige Tätigkeit zu qualifizieren.

Quelle:
LSG Bayern, Urteil vom 13.05.2013
Aktenzeichen L 3 U 91/12
Bayerisches LSG, Pressemitteilung vom 2.7.2013

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