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Häusliche Pflege Auch Privatperson kann für Pflegearbeit rentenversichert werden

[09.10.2013]Eine Frau hat vor dem Hessischen LSG ihre Rentenversicherungspflicht wegen umfangreicher häuslicher Pflege ihrer Mutter erstritten. Voraussetzung ist allerdings, dass sie einen Pflegeumfang von wenigstens 14 Wochenstunden glaubhaft machen kann.

Der Fall:
Eine Frau pflegte in häuslicher Umgebung ihre mittlerweile verstorbene Schwiegermutter. Diese hatte Anspruch auf Pflegeversicherungsleistungen; sie bezog Pflegegeld nach Pflegestufe I. Die Tochter beantragte die Prüfung ihrer Rentenversicherungspflicht und die Zahlung von Versicherungsbeiträgen durch die Pflegekasse.

Die Rentenversicherung lehnte den Antrag mit der Begründung ab, dass der wöchentliche Pflegeaufwand unter 14 Stunden liege. Die 62-jährige Frau hingegen berief sich darauf, dass der MDK keine individuellen Feststellungen getroffen habe, um den konkreten tatsächlichen Pflegeaufwand zu ermitteln. Zum Beleg, dass dieser Aufwand über 14 Stunden liege, legte sie ein Pflegetagebuch sowie eine Aufstellung über die hauswirtschaftliche Versorgung vor.

Die Entscheidung:
Die Darmstädter Richter gaben der Frau Recht und bejahten die Rentenversicherungspflicht.

Nach den Begutachtungsrichtlinien sind der tatsächlich anfallende individuelle Hilfebedarf zu bewerten und der Zeitaufwand in Stunden abzuschätzen. Dennoch hat der MDK keine eigenen Feststellungen zur tatsächlichen Hilfeleistung im Rahmen des medizinisch und pflegerisch Notwendigen getroffen. Stattdessen hat er nicht maßgebliche Pauschalen herangezogen.

Daher sind die Angaben der klagenden Frau – soweit schlüssig - heranzuziehen. Neben dem unstreitigen Grundpflegebedarf von täglich 51 Minuten sind danach mindestens 1 Stunde und 16 Minuten täglich für die Hauswirtschaft nötig gewesen. Damit hat der Pflegebedarf von mehr als 14 Stunden wöchentlich vorgelegen.

Die Revision wurde nicht zugelassen.

Quelle:
Hess. LSG, Urteil vom 26.09.2013,
Aktenzeichen: AZ L 1 KR 72/11,
PM des Hess. LSG Nr. 15/13 vom 08.10.2013

Lesetipp der Online-Redaktion:
»Vereinbarkeit von Beruf und Pflege: Rechte kennen und Regelungen erweitern« von Rudolph in »GuteArbeit« 1/2012, S. 16.

© bund-verlag.de (ts)