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Jobcenter Keine Übernahme von Stromschulden bei Verschwendung

[07.11.2013]Jobcenter sind nur unter bestimmten Voraussetzungen verpflichtet, Empfängern von Leistungen nach dem SGB II im Falle einer Stromsperre durch Gewährung eines Darlehens Hilfe zu gewähren. Jedenfalls brauchen sie keine rückständigen Stromkosten bei unverantwortlichem Verbrauchsverhalten übernehmen.

Der Fall:
Einer Familie aus dem Rhein-Lahn Kreis war zum wiederholten Mal vom Stromversorger wegen erheblicher Zahlungsrückstände der Strom gesperrt worden.

Während ihnen das Jobcenter in der Vergangenheit Darlehen gewährt hatte, damit die Stromsperren aufgehoben werden konnten, war es hierzu nunmehr nicht mehr bereit, weil die Stromschulden durch einen unverantwortlich hohen Stromverbrauch verursacht worden seien.

Dagegen hat sich die Familie an das Sozialgericht mit dem Ziel gewandt, das Jobcenter vorläufig zur darlehensweisen Übernahme der Stromschulden zu verpflichten, damit die Stromsperre beseitigt werden könne.

Die Entscheidung:
Das SG Koblenz hat den Antrag abgelehnt.

Eine Übernahme der Schulden ist auch auf der Basis eines Darlehens nicht gerechtfertigt. Die Familie hat durch ihren übermäßigen Stromverbrauch die wiederholte Stromsperre selbst verursacht und kann deren Folgen nicht erneut auf die Allgemeinheit überwälzen.

Das gilt auch, soweit die minderjährigen Kinder von der Stromsperre betroffen sind, denn in erster Linie sind die Eltern und nicht das Jobcenter für die Kinder verantwortlich. Im Übrigen ist die Familie infolge der ausbleibenden Stromlieferungen auch nicht existentiell gefährdet.

Quelle:
SG Koblenz, Urteil vom 04.11.2013
Aktenzeichen: S 14 AS 724/13 ER,
PM des SG Koblenz Nr. 02/13 vom 04.11.2013

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