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Krankenversicherung Versicherte muss kosmetische Brustoperation selbst bezahlen

[07.02.2014]Eine Krankenkasse muss die Kosten einer Brustverkleinerung nicht tragen, wenn die Operation aus kosmetischen Gründen durchgeführt wird und keine zwingenden medizinische Gründe vorliegen, entschied das LSG Niedersachsen-Bremen.

Der Fall

Die damals 50-jährige Klägerin wog Klägerin wog 75 kg bei einer Körpergröße von 172 cm . Bei ihr war eine leichte Übergröße der Brust (Mammahyperthropie) diagnostiziert worden, die zu Rückenschmerzen führte. Die Klägerin trug einen BH der Größe 85 D/DD. Die Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten für eine Brustverkleinerungsoperation ab. Die Patientin erhob Klage vor dem Sozialgericht (SG).

Im Laufe des Verfahrens vor dem SG lies die Klägerin die Operation auf eigene Kosten für ca. 4000 EUR durchführen. Nachdem das SG Braunschweig ihre Klage abgewiesen hatte, legte die Klägerin Berufung ein und verlangte, dass das Landessozialgericht (LSG) die beklagte Krankenkasse zur Erstattung der Kosten verurteilt.

Die Entscheidung

Der Vierte Senat des LSG Niedersachsen-Bremen entschied, dass die Versicherte im vorliegenden Fall keinen Anspruch auf Kostenerstattung durch die Krankenkasse hat. Die durchgeführte Operation sei von der Beklagten zu Recht abgelehnt worden.

Trotz Rückenbeschwerden nicht erforderlich

Eine Erkrankung der Brüste, die eine Brustverkleinerung (Mammareduktion) erforderlich mache, habe bei der Klägerin nicht vorgelegen. Auch eine entstellende Wirkung sei nicht gegeben. Es bestünde weder eine Asymmetrie noch eine sonstige Normabweichung.

Schließlich sei die Operation auch nicht zur Behandlung der Wirbelsäulenbeschwerden der Klägerin erforderlich gewesen. Die Brustgröße und Form habe durchaus zur Gesamtkonstitution der Klägerin gepasst. Auch das Reduktionsgewicht habe pro Seite höchstens 220 g betragen, im vorliegenden Fall handele es sich damit eher um eine geringe Menge entfernten Gewebes.

Zweifel am medizinischen Nutzen

Weiterhin hat das LSG darauf hingewiesen, dass auch der Operateur eher eine Straffung der beiden Brüste und damit einen plastischen Eingriff beschrieben habe. Der Eingriff sei eher unter kosmetischen Gesichtspunkten als unter Berücksichtigung der Skelettbeschwerden erfolgt. Abschließend hat das LSG dargelegt, dass auch wenn die Klägerin nach eigenen Angaben nach der Operation nicht mehr unter Rückenschmerzen leidet, vorliegend kein Beweis für die Effektivität einer Mammareduktion bei Rückenbeschwerden bestehe.

Quelle:

LSG Niedersachsen-Bremen; Urteil vom 7.10.2013
Aktenzeichen: L4 KR 477/11
www.sozialgerichtsbarkeit.de, Meldung vom 06.02.2014

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