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Unfallversicherung Maus-Arm ist keine Berufskrankheit

[13.03.2014]Ein so genannter Tennisarm oder -ellenbogen ist auch bei häufiger Nutzung der Computermaus nicht ursächlich auf eine Berufstätigkeit am Computer zurückzuführen und daher nicht als Berufskrankheit anzuerkennen. Dies entschied das Hessische Landessozialgericht (LSG) in Darmstadt in einem gestern veröffentlichten Urteil.

Der Fall
Berufsgenossenschaft lehnt Anerkennung einer Berufskrankheit ab


Ein 51-jähriger Mann aus Frankfurt leidet unter einem so genannten Tennisellenbogen (Epicondylitis humeri radialis). Seine Schmerzen an Ellenbogen, Unterarm und Handgelenk führt er auf seine Bürotätigkeit zurück. Mehr als drei Viertel seiner täglichen Arbeitszeit habe er am Computer komplexe Datenlisten bearbeiten und dabei ständig mit der Computermaus hoch- und runterscrollen müssen.

Die Berufsgenossenschaft lehnte den Antrag des Mannes auf Anerkennung einer Berufskrankheit ab. Die Tätigkeit stelle keine Gefährdung im Sinne der Berufskrankheit Nr. 2101 dar. Das Krankheitsbild der Berufskrankheit 2101 wird definiert als »Erkrankungen der Sehnenscheiden oder des Sehnengleitgewebes sowie der Sehnen- oder Muskelansätze, die zur Unterlassung aller Tätigkeiten gezwungen haben, die für die Entstehung, die Verschlimmerung oder das Wiederaufleben der Krankheit ursächlich waren oder sein können« (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin).

Die Entscheidung
Arbeit mit Computermaus nicht mit Tennis oder Klavierspielen vergleichbar


Die Richter des LSG folgten, wie zuvor das Sozialgericht, der Argumentation der Berufsgenossenschaft. Zuvor waren entsprechende Sachverständigengutachten eingeholt worden. Ursächlich für eine Epicondylitis könnten u.a. kurzzyklische, repetitive, feinmotorische Handtätigkeiten mit sehr hoher Bewegungsfrequenz wie z.B. beim Maschinenschreiben oder Klavierspielen sein. Auch andere Bewegungsmuster wie z.B. beim Obstpflücken oder Betätigen eines Schraubendrehers könnten aufgrund der achsenungünstigen Auslenkung des Handgelenks eine Epicondylitis auslösen. Gleiches gelte für die forcierte rückseitige Streckung der Hand wie z.B. beim Hämmern oder dem Rückhandschlag beim Tennisspiel.

Bei der Arbeit mit der Computermaus sei die Bewegungsfrequenz jedoch viel geringer als beim Klavierspielen. Allenfalls kurzfristig könne es beim Scrollen und Klicken der Maustaste zu einer vergleichbaren Frequenz kommen. Die Arbeit mit der regelmäßig frei beweglichen Computermaus erfolge auch nicht bei achsenungünstiger Auslenkung des Handgelenks. Ferner sei der benötigte Kraftaufwand minimal. Die Richter verwiesen zudem darauf, dass keine Studien vorlägen, die den Zusammenhang einer Erkrankung des Ellenbogengelenks im Sinne einer Epicondylitis mit der PC-Arbeit bestätigten.

Quelle
Hessisches LSG, Urteil vom 29.10.2013
Aktenzeichen L 3 U 28/10
LSG, Pressemitteilung 3/14 vom 12.03.2014

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