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Scheinselbständigkeit Stationäre Krankenpflege ist keine selbständige Honorartätigkeit

[10.03.2014]Die Tätigkeit einer Fachkrankenpflegerin für Anästhesie in einem Krankenhaus ist trotz Vereinbarung von freiberuflicher Honorartätigkeit eine abhängige Beschäftigung, die der Sozialversicherungspflicht unterliegt. Das geht aus einer Entscheidung des Sozialgerichts (SG) Dortmund hervor. Geklagt hatte nicht die Klinik, sondern die Pflegerin.

Der Fall:

Eine Fachkrankenpflegerin hatte mit dem Universitätsklinikum Essen eine Tätigkeit als Honorarkraft zu einem Stundensatz von 45,00 Euro vereinbart. Auf der Basis dieser Vereinbarung arbeitete die Pflegerin regelmäßig von 7.00 bis 15.30 Uhr in dem Krankenhaus, überwiegend im Aufwachraum.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Bund ging im Rahmen eines Statusfeststellungsverfahrens von einer abhängigen Beschäftigung aus und stellte die Sozialversicherungspflicht der Tätigkeit fest.

Die Krankenpflegerin mochte das nicht einsehen und wandte sich an das SG Dortmund.

Die Entscheidung:

Die Richter bestätigten die Entscheidung der DRV Bund. Es liege nach den tatsächlichen Gegebenheiten eine abhängige Beschäftigung vor. Die Klägerin habe ihre Tätigkeit nach Weisungen der pflegerischen Leitung und angestellter Ärzte erbracht.

Sie sei in die Arbeitsorganisation des Universitätsklinikums und in das Patientenmanagement des Aufwachraums eingegliedert gewesen. Sie habe Arbeitsmittel und Dienstkleidung des Klinikums verwendet. Mit der Eintragung in den Dienstplan habe die zeitliche Verfügungsfreiheit der Klägerin geendet.

Soweit der Honorarvertrag die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und ein Urlaubsgeld ausschließe, komme dem keine maßgebliche Bedeutung zu.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Quelle:

SG Dortmund, Urteil vom 29.10.2013
Aktenzeichen: S 25 R 2232/12

© bund-verlag.de - (jes)

Linktipp der Online-Redaktion:

Beschäftigungsverhältnis - Baggerführer kann selbständiger Auftragnehmer sein
SG Stuttgart, Beschluss vom 07.07.2013 – Aktenzeichen: S 25 R 4135/11