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Grundsicherung Jobcenter muss höhere Mietkosten zahlen

[28.05.2014]Das Jobcenter Essen muss "Hartz IV"-Empfängern höhere Unterkunftskosten zahlen. Das geht aus einer Entscheidung des Bundessozialgerichts hervor. Denn dem Jobcenter ist es nicht gelungen, ein schlüssiges Konzept für die Übernahme von Mietkosten vorzulegen. Jetzt kommt es entscheidend auf allgemeine Betriebskostenübersichten an.

Mit Urteil vom 28.11.2013 hatte das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen das Jobcenter verurteilt, einer Empfängerin von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Sozialgesetzbuch II (sogenannte "Hartz IV"-Leistungen), die in Essen zur Miete wohnt, höhere Mietkosten zu erstatten.

Zwar hatten die LSG-Richter den vom Jobcenter ermittelten Preis für die Grundmiete ("Nettokaltmiete") von 4,61 Euro pro qm als angemessen bewertet. Der Preis basiere schließlich auf dem Essener Mietspiegel 2011. 

Fehlerhafte Kalkulation des Jobcenters

Das Jobcenter sei aber nicht befugt, dieser angemessenen Grundmiete lediglich die tatsächlichen Betriebskosten hinzuzurechnen, um die insgesamt angemessene "Referenzmiete" zu bestimmen.

Vielmehr haben Betroffene Anspruch darauf, eine durch ein schlüssiges Konzept ermittelte Bruttokaltmiete zu erhalten. Das bedeutet, dass eine hohe Grundmiete durch niedrige Betriebskosten kompensiert werden kann und umgekehrt. 

Betriebskostentabellen statt statistischer Erhebungen

Da das Jobcenter Essen keine statistischen Erhebungen zu der Frage durchgeführt hat, welche Betriebskosten in Essen angemessen sind, seien diese aus Betriebskostenübersichten zu übernehmen.

Das Bundessozialgericht (BSG) hat die Beschwerde des Jobcenters gegen die Nichtzulassung der Revision zurückgewiesen und damit die Entscheidung des LSG NRW in vollem Umfang bestätigt. Diese ist jetzt rechtskräftig und muss vom Jobcenter beachtet werden.

Quelle:

BSG, Beschlüsse vom 02.04.2014
Aktenzeichen: B 4 AS 17/14 B und B 4 AS 18/14 B
PM des LSG NRW vom 09.05.2014

© bund-verlag.de - (jes)

Lesetipp der Online-Redaktion:

»Arbeit und Soziales – Was sich 2014 ändert(e)« von Hans Nakielski und Rolf Winkel in »Soziale Sicherheit (SoSi)« Ausgabe 1/2014, S. 27 - 33