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Der steinige Weg zur Verwaltung 4.0

12. Dezember 2018
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Quelle: Dmitriy K._Dollarphotoclub

Der deutsche Verwaltungsapparat sei kompliziert, oftmals langsam und teuer. Diese Kritik ist nicht wirklich neu. Digitale Technologien könnten Abhilfe schaffen und zu einem Besseren führen. Die Unternehmensberatung McKinsey und der Digitalverband Bitkom haben sich smarte Lösungen einmal genauer angeschaut.

Die Experten von McKinsey und Bitkom haben zehn internationalen Erfolgsbeispiele aus dem Bereich »Smart Government« untersucht und deren Nutzen für Bürger und öffentliche Veraltung analysiert. Smart Government ist die Nutzung digitaler Technologien, um Dienstleistungen, Prozesse und Entscheidungen in der öffentlichen Verwaltung zu verbessern. Unter den zehn Beispielen sind Verwaltungseinrichtungen wie ein zentrales Dokumentenportal, wo Bürger Formulare erhalten, oder eine gezielte Verkehrsdatenanalyse, die hilft, Schulwege sicherer zu machen. Aber auch ein Beispiel aus Deutschland zeigt, dass die ersten Anwendungen bei der Verwaltung angekommen sind: Die datengestützte Fangquotenüberwachung in deutschen Gewässern.

Ergebnis der Analyse und Übertragung auf Deutschland: Der Aufwand für Verwaltungsdienstleistungen ließe sich mindestens halbieren. Bürger und Behörden könnten den Zeitaufwand für einzelne Verwaltungsdienstleistungen um bis zu 60 Prozent reduzieren, Unternehmen jährlich bis zu einer Milliarde Euro einsparen.

Die untersuchten Erfolgsbeispiele zeigten ein gemeinsames Muster: Sei die Verwaltung koordiniert, nutzerorientiert und agil aufgebaut, könne sie mit geringem Aufwand beeindruckende Verbesserungen erzielen, teilt McKinsey mit. Es müssten allerdings auch rechtliche und politische Hürden beseitigt werden.

Digitalisierung für mehr Effektivität

Bitkom-Präsident Achim Berg betont: »Durch den Einsatz digitaler Technologien wird die Arbeit von öffentlichen Verwaltungen schneller, effizienter, kostengünstiger und transparenter. Nur ein leistungsfähiger Staat garantiert ein großes Vertrauen in seine Institutionen und ist die Grundlage für eine starke Wirtschaft, um langfristig Wachstum und Wohlstand zu sichern. Die Digitalisierung öffentlicher Dienstleistungen bietet die große Chance, verloren gegangenes Vertrauen bei den Bürgern zurückzugewinnen, und bringt Staat und Verwaltung wieder näher an Bürger und Unternehmen. Zudem erschließt er den Unternehmen einen Multi-Milliarden-Markt mit zahlreichen neuen Anwendungen. Dafür gibt die Studie viele spannende Anschauungsbeispiele.«

Digitale Trends weisen den Weg

Die Studie hat drei Trends für die deutsche Verwaltung herausgearbeitet, die in Zusammenhang mit der Digitalisierung stehen: Eine bessere und umfangreichere Datenspeicherung, kostengünstigere Verarbeitung der Daten und Fortschritte im Bereich der Statistik und künstlichen Intelligenz (KI). Es sei wichtig, dass Verwaltungen mit externen Experten wie Start-Ups zusammenarbeiten, um Anwendungen möglichst nutzerorientiert anbieten zu können. Es müsse sich eine Kultur des »Learning by doing« etablieren, um Ideen umzusetzen – oder auch zu verwerfen. Vor allem aber müssten die Maßnahmen unter dem Gesichtspunkt der Datensparsamkeit stehen, um Datenschutz zu garantieren.

Die vollständige Studie finden sie hier!

bund-verlag.de (mst)

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