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Personalpolitik

Ein schwacher Öffentlicher Dienst ist schlecht für die Demokratie

20. Dezember 2017
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Quelle: © Gina Sanders / Foto Dollar Club

Vor allem in strukturschwachen Regionen hat das »Ausbluten« des Öffentlichen Dienstes böse Folgen – für dessen Leistungsfähigkeit und auch für die Vitalität von Zivilgesellschaft und Demokratie. Prof. Dr. Berthold Vogel erklärt in »Der Personalrat« 12/2017, wie die Demokratie von einem starken Öffentlichen Dienst profitiert.

Die Arbeitswelt der öffentlichen Dienste hat an Verbindlichkeit verloren. Ist der öffentliche Dienst auf dem Weg vom Beruf zum Job? Diese Frage überzeichnet sicher die Entwicklung, trifft aber dennoch einen wichtigen Punkt. Der öffentliche Dienst repräsentiert nur noch begrenzt das normative Rollenmodell für soziale Sicherheit und beruflichen Aufstieg. Diese Tendenz wird durch die demografische Entwicklung noch beschleunigt. Das Personal des öffentlichen Dienstes altert und spaltet sich auf in sehr unterschiedliche Beschäftigungsformen. Das hat auch mit beschäftigungspolitischen Besonderheiten der Vergangenheit zu tun. Hierzu zählen die zyklischen Einstellungsstopps und die geringen Ausbildungsquoten. So altert nun eine Generation von öffentlich Bediensteten in einem Umfeld ungleicher Arbeitsbedingungen. Doch mit welchem Personal sind in Zukunft öffentliche Aufgaben erfüllbar?

Drohender Substanzverlust und die Folgen

Es ist ein Trugschluss, davon auszugehen, dass das Personal für öffentliche Aufgaben auf irgendeine Weise immer schon vorhanden ist. Öffentlichen Aufgaben kommt insbesondere in schrumpfenden Regionen das potenzielle Personal abhanden – in den Regionen nämlich, die einen starken Verlust von gut qualifizierten und engagierten jungen Männern und Frauen zu verkraften haben. In wirtschaftlich schwachen und stark alternden Regionen, in ländlichen Räumen und Kleinstädten haben Daseinsvorsorge und öffentlicher Dienst personell eine sehr unsichere Zukunft vor sich.

Guter öffentlicher Dienst stärkt die Demokratie

Die Vitalität einer demokratischen Gesellschaft ist mit der Qualität ihrer öffentlichen Dienste verknüpft. Die Demokratie und ihre Institutionen sind unter erheblichen Druck geraten – sei es durch populistische Rhetorik oder durch konkrete Attacken auf den Rechtsstaat. Mehr denn je wird sichtbar, dass demokratische Gesellschaften gerade von denjenigen leben, die die ihnen anvertrauten öffentlichen Aufgaben als ein Amt mit persönlicher Verantwortung begreifen. Doch deren Potenziale und Ressourcen sind nicht unerschöpflich.

Den vollständigen Beitrag »Öffentlicher Dienst und sein Personal« von Prof. Dr. Berthold Vogel lesen Sie in »Der Personalrat« 12/2017, Seiten 8 bis 11.

© bund-verlag.de (mst)

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