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Gesundheitsschutz

Krank ins Büro ist ungesund

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Quelle: contrastwerkstatt_Dollarphotoclub

Schlechtes Wetter, Grippewelle – in Großraumbüros ist die Ansteckgefahr besonders groß. Kommen Kollegen krank zur Arbeit, ist der Arbeitsplatz eine Virenfalle. Präsentismus heißt das Phänomen. Warum erkrankte Arbeitnehmer nicht zu Hause bleiben und was das für Folgen hat, zeigen wir Ihnen hier.

Immer mehr Krankentage verzeichnen die Betriebe von Jahr zu Jahr. Bis zu vier Erkältungen pro Jahr sind bei jedem Erwachsenen ganz normal. Im Schnitt verursachen Erkältungen oder grippale Infekte pro Beschäftigen und Jahr fünf bis zehn Fehltage. Aber nicht jeder bleibt gleich zuhause. Viele Arbeitnehmer schleppen sich krank ins Büro – obwohl sie hochansteckend sind. Gerade Großraumbüros entwickeln sich zu Virenschleudern.

Präsentismus heißt das Phänomen, wenn Beschäftigte krank im Büro erscheinen. Die häufigsten Gründe dafür sind:

  • Pflichtbewusstsein
  • schlechtes Gewissen
  • ein befristeter Arbeitsvertrag
  • Angst um den Arbeitsplatz

Kranker Arbeitnehmer ist nicht produktiv

Doch das ist nicht nur schädlich für die eigene Gesundheit und die von Kollegen. Es führt – einer Studie der Uni Erlangen-Nürnberg zufolge – sogar zu einem volkswirtschaftlichen Schaden. Wer trotz Krankheit arbeitet, ist körperlich und seelisch beeinträchtigt und deshalb nicht so produktiv wie an Tagen, an denen er gesund ist. Arbeits- und Leistungsfähigkeit sind eingeschränkt. Die Häufigkeit von Fehlern sowie das Risiko von Arbeitsunfällen steigt.

Langfristige Folgen von Präsentismus

Zudem kann Präsentismus dazu führen, dass der Arbeitnehmer später erneut krank wird und es dann unter Umständen zu einer längeren Krankschreibung oder gar einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters kommt.

Bei Infektionen können andere Mitarbeiter angesteckt werden, die dann ihrerseits ausfallen und Kosten verursachen. Der wirtschaftliche Schaden einer Krankheitswelle in der Firma sei erheblich höher als der Ausfall eines einzelnen Arbeitnehmers – so die Autoren der Universität Erlangen-Nürnberg. Nicht zu vergessen sei auch der Kontakt zu Kunden. Wenn ein kranker Mitarbeiter jemanden ansteckt, kann das im schlimmsten Fall Beschwerden für das Unternehmen und einen Imageschaden nach sich ziehen.

Wer sich dagegen ein oder zwei Tage zu Hause auskuriert, kann danach wieder richtig durchstarten und ist viel leistungsfähiger, als wenn er sich tagelang mit Schniefnase ins Büro quält.

Mehr zum Thema:

100 Millionen Fehltage wegen psychischer Leiden

 

 

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