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MRK-Systeme

Projekt zur Zusammenarbeit von Mensch und Roboter

10. Dezember 2018 MRK-Systeme, Roboter, Forschungsprojekt
Roboter_Haende
Quelle: pixabay

Das Internet der Dinge vernetzt die Produktion, die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) nimmt ebenfalls Fahrt auf und verändert die Arbeitsplätze. Hierzu hat das Bundesbildungsministerium ein Projekt ins Leben gerufen. Worum es sich dabei handelt und wie Sie mitmachen können, erfahren Sie in der »Guten Arbeit« (GA) 11/2018.

Die industrielle Montage ist einem besonderen Wandel unterworfen: Vermehrt werden z.B. Montagesysteme mit Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) eingesetzt. Dabei ist die menschen- und gesundheitsgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze besonders in den Blick zu nehmen. Die Umsetzung der MRK-Systeme ist auch eine Aufgabe der Interessenvertretungen, die hier mitbestimmen.

Arbeitsgestaltung der Zukunft – mitbestimmt

So sind etwa Fragen der Überwachung bei der Arbeit, Autonomieverluste, Fremdbestimmung, Arbeitsentwertung und die Aspekte der Arbeitsverdichtung zu berücksichtigen und ganz neu zu justieren. Schließlich könnten Maschinen den Takt vorgeben.

Auf der einen Seite könnte die Entwicklung mit einer verbesserten Ergonomie, der Weiterentwicklung von Kompetenzen und der Aufwertung von Tätigkeiten einhergehen. Auch die alter(n)sgerechte Arbeitsgestaltung im demografischen Wandel könnte neue Impulse erhalten – etwa unter dem Stichwort Assistenzsysteme. Auf der anderen Seite steigt die Angst der Beschäftigten um den Arbeitsplatz, vor der Substitution durch Roboter und vor Kontrollverlust und Überwachung durch den Arbeitgeber.

Aufgaben für Interessenvertretungen ausloten

Für ein Verbundprojekt zur MRK, an dem die IG Metall Beteiligt ist, untersucht diese Fragen. Es werden noch Partner aus der Industrie und interessierte Betriebsräte gesucht, die sich bei der Ruhr-Universität Bochum melden können (Kontakt siehe unten).

Die betriebliche Interessenvertretung spielt bei der Einführung von kollaborativen Montagesystemen eine wesentliche Rolle: Zur Wahrnehmung ihrer Schutz- und Gestaltungsfunktionen sind sie bei der Ausgestaltung von MRK zu beteiligen, sofern relevante Bereiche des Arbeits- und Produktionsprozesses betroffen sind, die über das Betriebsverfassungsgesetz geregelt werden: Etwa Fragen der Verhaltens- und Leistungsüberwachung sowie der Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt »Kompetenz Montage – kollaborativ und wandlungsfähig« (KoMo) verfolgt u.a. das Ziel, die Mitbestimmung in die Prozesse der Implementierung von MRK-Arbeitsplätzen zu integrieren. Die Ergebnisse sollen in einen Einführungsleitfaden münden, der Industrieunternehmen und Betriebsräten bei der Einführung von MRK-Systemen als Orientierung dient.

Unter Beteiligung der IG Metall wird ergänzend eine kommentierte Musterbetriebsvereinbarung entwickelt, die alle mitbestimmungsrelevanten Aspekte beachtet.

Kontakt: Mitmachen beim Projekt

Unternehmen und Betriebsräte mit Interesse an einem Austausch und den Projekt-Ergebnissen sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Ansprechpartner/innen:

  • Marvin Schäfer, Michael Miro, Dr. Claudia Niewerth, Prof. Dr. Bernd Kuhlenkötter
  • Gemeinsame Arbeitsstelle RUB/IG Metall, Lehrstuhl für Produktionssysteme
  • Konrad-Zuse-Str. 16, 44801 Bochum
  • Telefon. 0234 32-26899 oder 0234 32-27628
  • E-Mail: marvin.schaefer@rub.de, miro@lps.rub.de.

Weitere Informationen

Das Titelthema in »Gute Arbeit« 11/2018: »Arbeitszeit: Belastungen erkennen und abbauen« (S. 8-21):

  • Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zur Arbeitszeit, ihre rechtliche Bedeutung für die Mitbestimmung, im Beitrag von Dr. Anna Arlinghaus, »Arbeitszeit und Gesundheit« (S. 8-12).
  • Zur Mitbestimmung vieler Arbeitszeitaspekte – wie Länge, Mehrarbeit und Ausgleichszeiträume, Lage, Pausen, Ruhezeiten - der Beitrag von Prof. Dr. Wolfhard Kohte, »Recht: Arbeitszeit gut gestalten« (S. 13-16).
  • »Trends in der Arbeitszeit« (S. 17-20) – zusammengestellt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

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