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Betriebsklima

Chefs sollten wertschätzen

13. April 2017
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Quelle: auremar_Dollarphotoclub

3 von 4 der Vorgesetzten sind nur mäßig oder kaum in der Lage, die seelische Widerstandskraft ihrer Mitarbeiter zu stärken. Jeder zehnte Beschäftigte fühlt sich gestresst, weil er sich beruflich verausgabt, ohne dafür einen finanziellen Ausgleich oder eine Anerkennung zu erhalten – so eine aktuelle Studie. Die Folgen sind körperliche und seelische Erkrankungen – bis hin zum Burnout.


Für die Studie »Erfolgsfaktor Wertschätzung« wurden im Auftrag der Personalberatung Rochus Mummert rund 100 Führungskräfte aus den Personalabteilungen meist größerer mittelständischer Unternehmen befragt. Nur etwa jeder zweite befragte Personalleiter gab an, der Anteil gestresster Mitarbeiter sei gering. Eine geringe emotionale Robustheit ist aber ein wesentlicher Risikofaktor dafür psychosomatische Krankheiten zu entwickeln.

»Anerkennung und Wertschätzung sind ein wichtiges Mittel, um die Flexibilität, seelische Stärke und damit die psychische Gesundheit der Angestellten positiv zu beeinflussen, ebenso wie eine regelmäßige Kommunikation. Und auf beidem basiert letztlich eine positive Firmenkultur«, erläutert Dr. Linus Gemmeke, Studienleiter und Partner bei Rochus Mummert.

Widerstandskraft ist auch für den Betrieb als Ganzes wichtig

Dabei ist die Widerstandskraft nicht nur für den einzelnen Beschäftigten wichtig, sondern auch für den Betrieb als Ganzes. »Ein stabiles Unternehmen mit ebensolchen Mitarbeitern kann besser und schneller auf Probleme reagieren als ein schwaches. Für Führungskräfte bedeutet das, die eigene Fähigkeit und Flexibilität im Umgang mit Druck und Veränderungen immer wieder zu trainieren und dieses Wissen im Sinne einer wertschätzenden Firmenkultur an ihre Mitarbeiter weiterzugeben«, erläutert Dr. Linus Gemmeke.

Wertschätzung in den unterschiedlichen Hierarchieebenen

Wie die Studie zeigt, funktioniert Wertschätzung noch am besten auf der gleichen Hierarchieebene – also unter Kollegen. Schwieriger wird es da schon zwischen Mitarbeitern und Führungskräften. »Die fehlende Wertschätzung ist nicht nur dem Klischee folgend von oben nach unten zu beobachten, sondern auch von unten nach oben. Kurz gesagt: Viele Mitarbeiter lassen ihren Vorgesetzten in seiner Chefrolle emotional verhungern«, so Dr. Linus Gemmeke.

Potenzial einer wertschätzenden Unternehmenskultur wird erkannt

Das Potenzial einer wertschätzenden Unternehmenskultur wird aber durchaus erkannt. Die Frage, ob Firmen mit einer eindeutig wertschätzenden Kultur die ökonomisch erfolgreicheren Unternehmen sind, beantworten neun von zehn Managern mit »ja“« (56 Prozent) oder »eher ja« (38 Prozent). Nur 6 Prozent der Befragten sehen keinen Zusammenhang zwischen gutem Betriebsklima und guten Bilanzen. »Unsere Studie bestätigt den Eindruck aus der täglichen Praxis, dass viele Unternehmen das Potenzial einer wertschätzenden Unternehmenskultur zwar erkannt haben, die Verankerung im eigenen Betrieb dann aber doch nicht so recht gelingt«, so Stephan Witte, Studienleiter und Partner bei der Personalberatung Rochus Mummert.

Können Vorgesetzte Wertschätzung lernen?

Und wie sieht die Lösung aus? »Wertschätzung ist zwar eine erlernbare Haltung, funktioniert aber nicht schlicht nach Fahrplan. Wer als Vorgesetzter immer Freitag mittags zur großen Wertschätzungsrede ansetzt, wirkt schnell nicht mehr glaubwürdig. Viel wichtiger ist es, im persönlichen Gespräch zu ergründen, wie jeder einzelne Kollege oder Mitarbeiter gelobt und wertgeschätzt werden möchte«, so Stephan Witte. »Die Erfolgsformel ist also die Kombination aus Authentizität und Individualität.«  

Quelle:

»Arbeitsrecht im Betrieb« (AiB) 4/2017, Magazin; Presseinformation Rochus Mummert vom 7.11.2016; Presseportal, Rochus Mummert, Meldung vom 24.1.2017. © bund-verlag.de (ls)
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